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Kurzgefasste Stamm u. Rangliste der königl. preussischen Armee, für das Jahr 1792
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gleichsam bewafnet. Der Adel mit seinen kehnöti-gern machte die Reuterei), seine Unterthanen ».Knechtedas Fußvolk des Heeres aus. War ihre Anzahl ge-gen den überlegenen Feind zu geringe, so wurden nochAndere geworben u. auf Kosten des Landes gerüstet.Sie bekamen ihren Sold auf z Monate, nach derenVerfluß ein jeder, der nicht fsrtdienen wollte, nachseiner Heimath zurückkehren konnte. Diese geworbe-nen Truppen wurden Söldner genannt. Der Churf.selbst wählte die Officiers, n. sobald die Kriegsnotl>vorüber war, wurden diese Völker ganz u. gar entlassen»

Während den Unruhen unter Churfürst GeorgeWilhelm finden wir mehrere Beispiele von Kriegs-rüstungen dieser Art. 1620, wahrend des zojährigeirKrieges, wurde nach dem Landtagsreceß vem io.May,eine Anzahl Knechte von den Standen anfänglich nurauf z Monate geworben; da es aber die damaligenUmstände erheischten, sie noch länger beizubehalten,so wurde zu ihrem Unterhalte, wozu auch der Adel bei-trug, in einem neuen Neceß der Sold auf 2 Monateverlängert. Weil die Kosten für diese Völker demStaat in die Lange zu schwer gefallen wären, so wurdeihnen späterhin die Erlaubniß ertheilt, im ganzenLande Geld zu ihren« Unterhalt aufzubringen.

1Ü2Z befahl der Hof, daß alle Unterthanen (diePriester und Schoppen ausgenommen) sich init Waf-fen n. Gepäcke an einem bestimmten Versammlungs-orte «infinden sollten, wo Abgeordnete die Musterungvollzögen. Es wurden aus denselben Z900 Mannausgehoben, welche in «vSchwadr. u. 25 Comp. Fuß-volk eingetheilt waren. 'So lange diese Aufgebotedauerten, hielten die Churfürsten von Brandenburg,zur Beschützung ihres Hofes u. ihrer Schlösser, einigeMannschaft zu Pferde u. zu Fuß, die die Namen Leib-wache, Leibgarde, Einspänniger, Trabanten u. Reisigeführten. In den wenigen vesten Plätzen lagen einigeCompagnien, so Landsknechte hießen; sonst hielten st»weiter keine regelmäßige stehende Soldaten.