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r5?r nahm Churfürst Johann George, gleich«ach Antritt seiner Regierung, einige Freigewähltezu seiner Leibwache auf ein Jahr in Dienst; sie wur-den Einspänniger genannt, u. Henning v. Möllendorfals Hauptm. darüber gesetzt »592 erhielt seine Leib-wache eine eigene Instruktion, wornach sie alle zusam-men Leibgarde, einzeln aber Trabanten genannt wur-den. Nachher errichtete er eine Reisegarde zu Pferde,die aus 24 Adel. Burschen bestand; sie wurde adelichereisige Leibgarde genannt, deren Hauptm. Hans vonStorckwitz war. So wie die Fußgarde, wurde auchLiese Reisegarde alle Jahr von neuem verpflichtet;wer nicht langer dienen wollte, mußte es 2 Monatevorher anzeigen, dann erst erhielt er seine Entlassung.
1596 wurden nur 12 Adel. Bursche, u. darunter2 Nottmeister, verpflichtet; ihr bisheriger Lieut. vonSchönaich ward als Hauptm. darüber gesetzt, da derv. Storckwitz den Abschied erhalten halte.
Churfürst Zoh. George starb den 8. Jan. 1598.Sein ältester Sohn erster Ehe, Joachim Friedrich,folgte ihm; die Garden nahmen immer mehr ab; u.sein ältester Sohn, Johann Sigismnnd, der denZ8. Jul. r6o8 die Regierung antrat, fand bei seiner1609 erfolgten Zurückkunft aus Preußen nur eine sehrgeringe Mannschaft. Glz hatte er nur noch 9 Tra-banten; 2 davon hatten, nach einer Hofordnung vom22. Nov. iüi6, die Wache vor der Churfürstin Ge-mach, und 2 unter dem Schloßthore.
ibl9 übergab Ioh. Sigismund dem Churprin-zen George Wilhelm die Regierung. Noch in die-sem Jahr errichtete er für sich eine zwar schwache Leib-garde, doch hatte sie den Capit. v. Calchum, genanntLohhausen, u. unter ihm den Lieut. Andreas Runkelam andern Ende, desgl. des Churfürsten Liebling,Conrad v. Burgsdorf, zum Befehlshaber. DieserChurfürst hatte sehr unruhige Negierungsjahre. Imzojährigen Kriege sandte er feine Leibgarde nach Preu-ssen, wollte auch noch von den von den Ständen an-