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der Belagerung von Stettin im Jahre 1677 zu urtheilen,sehr wenig gewesen zu sei». Indessen kommt doch unterden Generalen dieses großen Mannes ein General-Feld-zeugmeister vor. Von dem Jngenieurwcsen giebt die ge-dachte Belagerung keinen sehr vorthcilhaften Bericht. Auchkönnen zum Beweise hiervon die Werke dienen, welche erum Berlin aufführen ließ.
Die Kriege, welche Friedrich Wilhelm zu führengenöthigt war und die Einsichten und der Muth, mit wel-chen er solche führte, flößten den Preußischen Truppen zu-erst wahren kriegerischen Geist ein. Als er 1640 im zwan-zigsten Jahre seines Alters die Regierung antrat, war derStaat als völlig aufgelöst zu betrachten. Selbst die Be-satzung der festen Plätze Cüstrin und Spandau waren durchdie Intriguen des Ministers Schwarzenberg für den Kaisergewonnen, und verweigerten dem Kurfürsten den Gehorsam.Das übrige Land, Ostpreußen ausgenommen, war in denHanden der Schweden oder Oesterreicher . Entblößt vonallen Hülfsmitteln, gelang es der Festigkeit und Klugheitdes Churfürsten, schon beim westphälischcn Frieden seineLänder ansehnlich zu vermehren. Von dieser Zeit an, istdas Dasein, das Emporsteigen des Preußischen Staats, inallen Staatshändeln Europcns sichtbar gewesen und vor-züglich dem Geiste seiner Beherrscher und dem vortrefflichenKriegesheere zuzuschreiben. In dem Kriege, welchen Kö-nig Karl Gustav von Schweden gegen Polen führte, tratder Churfürst zuerst als Bundesgenosse des erstem auf, undgewann, mit ihm vereinigt, 1655 die dreitägige Schlachtbei Warschau . Er wurde indeß bald bewogen, von dieserVerbindung abzugehen und sich mit Polen gegen Schweden zu vereinigen. Die Brandenburgischcn Truppen fochtenmit Muth und Ruhm in Pommern, Preußen und selbstauf den dänischen Inseln. —
Der 1660 zu Oliva geschlossene Friede gab dem Chur-fürsten die Souveränität von Ostpreußen . — Im Jahre1664 zog ein Theil der Brandenburgischen Truppen demKaiser gegen die Türken zu Hülfe.