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Sie dachten minder daran, ihre Leute zum Kriege zu bil-den, als Vortheile von ihren Compagnien zu ziehen. Dem-ungcachtet trugen diese Einrichtungen zur Vervollkommnungder Unterordnung und Mannszuchl bei, und wenn nichtzu leugnen ist, daß das Heer ungeübt in großen kriegeri-schen Bewegungen und der Kriegskunst war, so übertrafes doch an innerer Ordnung und an festem gesetzten Muth,so wie an Geschwindigkeit im Feuern, damals alle Heerein Europa .
Die Reiterei war, in Rücksicht auf eigentliche kriege-rische Ausbildung, noch hinter dem Fußvolke zurück. Siewar äußerst schwer beritten. Es fehlte ihr an Gewandtheit,an Schnelligkeit, an richtigen Begriffen von ihrem Dienstund ihrer Bestimmung. Die Reiter waren nicht Meisterihrer Pferde, dachten mehr auf den Ausputz derselben undauf ihren eigenen, als auf zweckmäßige Vollkommenheit inihren Uebungen. Die Schuld hiervon lag nicht sowohl anden Truppen selbst, als in der Meinung des KLnigs unddes Fürsten von Anhalt, die eben keinen großen Werth aufdie Reiterei legten. Beide glaubten, daß man auf solchegar nicht mit Gewißheit rechnen könne, weil sie bei ihrenFeldzügen mehrere Beispiele von schlechtem Verhalten die-ser Waffe gesehen hatten, und vernachlässigten sie.
Friedrich Wilhelm I. vermehrte, organisirte underrichtete die Infanterie-Regimenter vor dem Jahre 1806bis No. 32. Bei seinem Absterben im Jahre 17LO be-stand die Preußische Armee aus nachfolgenden Truppen:l. 32 Infanterie-Regimentern.
3 Bat. Garde, 1806 Grenadier-Garde Nr. 6 .