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Stammliste der königlich preussischen Armee seit dem 16ten Jahrhundert bis 1840
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Von dem Anfange seiner Regierung an, widmete KönigFriedrich Wilhelm IH. der Vervollkommnung desHeeres eine ununterbrochene j Sorgfalt.

Bis zum Jahre 1806 fanden folgende FormationenStatt:

Die Garde du Corps wurde von 3 auf 6 Schwadro-nen gebracht; das Bosniakcn-Regiment und der Tartarn-Pulk zu einem Corps von 16 Schwadronen vereinigt; das13te und 14te Dragoner-Regiment gebildet; imgleichen dieGrenadiere eines jeden Regiments von 4 in 2 Compagnienformirt und von 2 Regimentern, unter einem Commandeur,als Bataillon vereinigt; imgleichen ein 59stes und 60stesInfanterie-Regiment, und von den in die Armee aufge-nommenen Münsterschen Truppen ein drittes Bataillonzum äLsten Regiment gebildet, welches letztere zum Stammdes 60sten Infanterie-Regiments Mannschaften abgab.

1799 wurde die reitende Artillerie auf siebe» Com-pagnien, und 1805 zu einem Regiment vermehrt, dem dasdamalige 9te Artillerie-Bataillon einverleibt wurde. ImJahre 180! erhielt der Gcneralstab eine neue Einrichtungund wurde erweitert.

Die Officiere und der Unterstab der Armee erhieltenim Jahre 1805 ansehnliche Besoldungs-Zulagen, nachdemschon früher das Gehalt des Soldaten erhöht worden war.

Der Krieg des Jahres 1806 unterbrach die nochprojeclirten Armee-Veränderungen. Ein zehnjähriger Friedezu einer Zeit, wo anderwärts die Kriegskunst mit be-schleunigten Schritten einer neuen Epoche entgegeneilte,hatte nachtheilig auf das Kriegswesen gewirkt, das er-forderliche Fortschreiten mit der Zeit bei den Armee- undKrieges - Einrichtungen gehemmt, das Aneignen neuerErfahrungen und neuer Grundsätze gehindert, wenigstensnoch nicht in dem erforderlichen Grade zugelassen, umsiegreich aus diesem Kriege hervorzugehen.

Er konnte daher den gewaltsamen Umwälzungen inEuropa , welche die französische Revolution herbeigeführt