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Stammliste der königlich preussischen Armee seit dem 16ten Jahrhundert bis 1840
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Die Officiere des Generalquartiermeisterstabes wurdenin «in eigenes CorpS formirt, erhielten eine eigene Uniformund Potsdam zur Garnison.

Die Infanterie erhielt zweiklappige Hüte, weiße Un-terkleider, und die Feldwebel und Wachtmeister silbernePortepees.

Jedem Infanterie-Regiments wurde Artillerie beige-geben, und zwar jedem Bataillon zwei leichte Feldstückezugetheilt. Zur Versorgung alter, zum Dienst unfähigerLeute wurde bei jedem Regimente eine Invaliden - Compagnieerrichtet, und noch überdies 17 Provinziell - Jnvaliden-Compagnien gestiftet.

Bei den Cürassier-Regimentern wurden 1789 die, bisdahin bestehenden 10 Compagnien in 5 Schwadronen ge-bildet und nur 5 Chefs bei denselben angestellt.

DaS Ingenieur-Corps wurde ansehnlich vermehrt undanders vertheilt. Die militairischen Erzichungs-Anstaltenerhielten gleichfalls große Unterstützungen. Die Errichtungdes Sber-Kriegs-Collegii, der Zngenieur-Academie in Pots­ dam , der Militair-Academie, der Artillerie, der Cadetten-schule in Kalisch, imgleichen der Officier-Wittwen-Versor-gungs-Anstalt, die der Pepiniere, Thierarzneischule rc. be-weisen die große Sorgfalt dieses Königs für sein Heer.

Friedrich Wilhelm II. wurde einigemal genöthigtdie Waffen zu ergreifen, und dies gab seinen TruppenGelegenheit, neue Lorbeer» zu erringen. Am Rhein be-wiesen sie aufs Neue ihren alten Muth.

Von allen damals gegen Frankreich verbundenen Hee-ren war es das einzige, welches keine Schlacht verlor und,vom Feinde geehrt und gefürchtet, ins Vaterland zurück-kehrte.

Im Jahre 1793 wurde eine Medaille geprägt, dieauf der einen Seite den verschlungenen Namen des Kö-nigs, auf der andern in einem Lorbeerkranz die Inschrift:Verdienst um den Staat, erhielt.