Vorbericht.
sammlet, bis daß sie die Winter- Quartiere beziehet, folget, betrachtet erdie verschiedenen Umstände, darinn sie binnen solcher Zeit sich befindenkan, und bemercket aufs genaueste und deutlichste, was für Regeln siebey diesen mannigfaltigen Gelegenheiten, auf ihren Marschen, in ihrenLågern, bey einer Belagerung, und bey einer Schlacht beobachten muß.Was für einen Nahmen auch der Marquis von Feuquieres sich unterden Armeen erworben hat, so kan man doch sagen, daß nichts so wohl, alsdieses Werck, einen grossen Begriff von seinem Verstande und von seinerFähigkeit zu machen vermögend sey. Man findet einen in der Kriegs-Kunst versuchten Mann darinn, der viel durch sich selbst gesehen, undder gedacht, der überleget hat, was er gesehen, alles fasset, und nichts beySeite låsset, und bis auf die geringsten Dinge gehet, die vielleicht einge=bildete Leute für Kleinigkeiten halten möchten, die es aber keineswegesbey einem Stande seyn können, wo offters die kleinsten Fehler von einerunendlichen Folge sind.
Mr. de Feuquieres hätte es daben bewenden lassen können. Seisne Maximen waren zureichend, ein trefliches Werck auszumachen, dasüberaus nüglich, einen Kriegsmann zu formiren. Er hat aber begriffen, daß ein blosser und nackter Vortrag dessen, was zu thun ist, vielleichtgewissen Gemüthern verdrüßlich fallen würde, die nicht fähig sind, denNußen zu empfinden, wenn solcher nicht mit Anmuth verknüpffet ist;daß die jungen Leute überhaupt,( dergleichen sein Sohn war, zu dessenUnterricht er seine Memoiren bestimmte,) welche wenig Applicationhaben, weit sicherer durch Exempel, als durch Säge zunehmen und ge=wiß werden; daß endlich, die Personen mögen auch seyn, wer sie wollen,iederzeit eine unendliche Distanz der Theorie von der Praxi sey, undalso einige unter seinen Maximen sich fanden, die immerdar dunckel oderungewiß scheinen mögen, wenn er sie nicht auf eine umständliche und ingewisser massen begreifflichere Weise vorgetragen; daß er folglich den vor-geschriebenen Regeln Erempel beyfügen muste, welche die Anwendungzeigten, und zu erkennen gåben, daß die glücklichen oder unglücklichenBegebenheiten in der That keine andere Ursache im Kriege haben, als dieBeobachtung oder Hintansehung dieser Regeln.
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