Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 219
nicht allein, vermöge der Exempel, so ich anieso angeführet, gar mercklich, son-dern auch eine beständige Wahrheit sey, daß man in seinen Bewegungen stets3wang leidet, wenn man zwischen der Festung und den Linien eingeschlossen,und der Feind hingegen in seinen frey ist, daß er solche mit der Nacht bedescket, daß er seine vornehmsten Angriffe nach seinem Gefallen allenthalbenthut, seine Truppen auf allen Seiten, wie es ihm beliebet, ohne Furcht wegsnimmt, hiernächst so viele falsche Angriffe thut, als es ihm anstehet, damitman auf allen Seiten in gleichen Sorgen stehen müsse, zugleich auch versichertist, daß derjenige Angriff, so ihm gelinget, im Hineingehen die in ihren Linien angegriffene Armee auf so eine Art trennet, daß sie nicht wieder zusam-men gelangen kan, solche auch zur Flucht und Verlassung ihres Lagers zwin-get, weil sie keinen Platz, zwischen der Fronte ihres Lagers und der Fesstung hat, sich rückwärts wiederum in Ordnung zu stellen. Und da auch end-lich die Armee, welche den Feind in ihren Linien erwartet, auf dem ganzenUmfang der Linie, bey nahe allezeit angegriffen werden mag, so tan sie keineeinzige Seite in Sicherheit haben, sich auch niemahls im Stande befinden,Der feindlichen Colonne zu wiederstehen, welche an einem Ort in ihre Liniemit Gewalt gedrungen ist.
Cap. XXXI.
Das ein und dreyßigste Capitel.
Von den Schlachten.
N meinen Grund Regeln habe ich bey diesem Capitel Erswähnung gethan, wie die Ursachen beschaffen sind, die einGeneral haben kan, dahin zu trachten, wie er mit seinem Feind schlagen moge:ingleichen, daß er eine Schlacht stets frey liefern oder treffen, und wohl vermeiden soll, sich von seinem Feind angreiffen zu lassen: auf was Art und mitwas für Sorgfalt man sich einem Feind, den man anzugreiffen willens, nähernmüsse: was für mancherley Einrichtungen, in Ansehung der verschiedenen Der-ter der Wahlstatt, zu machen seyn; und was man, bey dieser Gelegenheit,für Sorgfalt und Vorsichten zu gebrauchen habe, damit man die an derSchlacht- Ordnung erforderten Veränderungen sicher vornehmen könne: worauf ein General vor dem Treffen, zu der Zeit da es vorgehet, und nach derSchlacht, aufmerckfamlich achtung geben müsse. Mit einem Wort, ich habe alleallgemeine Regeln ertheilet, die man über diese greffe Verrichtung in demKriege geben mag. Auch werden meine Anmerckungen bey dieser ungeheurenMaterie sehr weitläufftig seyn, weil ich auf die Schlachten und die grossenGefechte, welche dem Erfolg eines Unternehmens den Ausschlag gegeben, damit gehen werde. Die Exempel, so ich, dieser Materie halber, und in Axfehung meiner allgemeinen Regeln, deren Wahrheit und Gewißheit ich bes
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