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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Das Leben des Marquis von Feuquieres.

Der Tod des Marschalls de Luxembourg, welcher im Jenner des 1695.Jahrs erfolgte, verursachte eine grosse Aenderung im Kriegs- Wesen. DerMarschall de Villeroi folgte ihm im Commando. Der Prinz von Oranienbelagerte Namur, und nahm es ein. Dieses wolte der Marschall de Ville-roi rachen, und bombardirte Brüssel.

Der Marquis de Feuquieres commandirte die gange Französische Infan-terie, den Tag der bekannten Retirade des Prinzen de Vaudemont. Erschlug vor, man solte auf die Arriere- Garde der Feinde feuern, und bestund dar.auf, daß es sehr leicht wäre, sie zu schlagen.

Währendem Feldzuge 1695. diente er in Flandern, und ward vom Mar-schall de Villeroi mit einem Corpo Cavallerie geschickt, um Deynfe zu um-ringen. Dieser Plas war sehr befestigt. Doch ohngeachtet er keine Fuß-Völcker hatte; so suchte er gleichwohl durch allerley Vorschläge und Tractaten sich davon Meister zu machen. Dieses stellte er so listig ins Werck, daßer den Gouverneur nebst zweyen seiner Bataillons, die feine Besagung ausmachten, bewog, sich als Kriegs- Gefangene zu übergeben. Nachgehends wurdedieser Gouverneur vor den Kriegs- Rath gefordert, und verurtheilet, caffirt zuwerden.

Die Feldzuge 1696. und 1697. haben wenig Thaten aufzuweisen, diefehr merckwürdig wären, und die Fähigkeit eines so grossen Officiers, wie erwar, hätten ins Licht feßen können. Endlich wurde 1697. der Friede zu Ryswick geschlossen.

Alle diese Thaten, die man allhier gleichsam nur angezeiget hat, sind in seinenNachrichten weitläufftiger zu finden.

Der Marquis de Feuquieres, welcher von Natur viel Verstand undTapfferkeit besaß, und dessen gröste Leidenschafft es war, die höchsten EhrenStellen des Krieges zu verdienen, befliß sich, die geheimen Ursachen zu entDecken, welche zu dieser oder jener Begebenheit Anlaß gegeben hatten, undwelches die besondere Gemüths- Art jedes Generals gewesen wäre.

An dem grossen Condé bewunderte er die Lebhafftigkeit, und die helden-müthige Tapfferkeit, die ihm allezeit, auch in den allerunglücklichsten Tagen,noch so viel Trost verliehen hatte.

Er verehrte an dem Marschall de Turenne die besondere Scharfffin.nigkeit, nach welcher er allezeit die geheimsten Anschläge des groffen FeldherrnMontecuculi wohl 24. Stunden vorher gesehen hatte.

An dem Marschall de Crequi bewunderte er die Aufführung in denFeldzugen 1677. und 1678.

Nicht weniger verehrte er bey dem Marschall de Luxembourg die Ein-ficht in alles. Dieser fürchterliche General hatte ihm einmahl in einerSchlacht