Buch 
Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
Entstehung
Seite
101
JPEG-Download
 

Nachricht von dem Kriege. Cap. LXVI.

IQI

seines Fuß- Volcks, so hinter den Pferden und Wågen stehet, daß mannicht leichtlich ausspannen kan: Immassen es sich gar selten zutråget, daß ei-ne Convoy so bequehmlich weggenommen werden mag, daß man dem Feind sogar auch die Wagen abjagen und solche, nebst ihren Ladungen an einen sicheren Ort dergestalt bringen könne, daß sie gedachter Feind unter Weges wiederwegzuschnappen ausser dem Stande wäre. Da nun also der ganze Vor-theil, wenn man eine Zufuhr an Proviant oder Kriegs- Nothdurfft wegnimmt,in nichts anders bestehet, als daß man seinem Feind solchen Proviant oderMunition, damit die Convoy beladen ist, entziehet, so ist bey nahe allemahlgenug, wenn man die Pferde davon weg bekommt, und die Wägen, so weites sich thun låsset, verbrennet oder in Stücken hauet.

Das sechs und sechzigste Capitel.

Von Aufhebung der Futter- und Weyde- Knechte.Cap. LXVI.

Je Futter- und Weyde- Knechte von einer Armee werdenauf mancherley Art aufgehoben: entweder einzeln oder alleüberhaupt. Geschiehet es einzeln, so verrichtet man solches durch kleine Partheven, welche sich vermittelst derer Gebüsche im Lande an, die fourages undWeyden schleichen und einige Pferde wegnehmen. Dieser Vortheil hateben nicht viel zu bedeuten, weil dergleichen Verlust leicht wieder ersetzet wird,daferne er nur nicht etwa aus Fahrläßigkeit allzu offt erfolget.

Ganz anders verhält es sich mit den grossen Fouragirungen, massen derenAufhebung offt eine ansehnliche Menge Reuter zu Fuß- Gängern machet, undmithin einen ganzen Hauffen Reuterey gar sehr vermindert. Gleichwie aberdie Armee, welche auf Fütterung ausgehet, sich so denn weit genauer in achtnimmt, so muß man in diesem Fall sothane Fütterungen mit grösserer Machtund Vorsicht angreiffen, und sich, bey Vollziehung seines Vorhabens, nachDer genauen Erkanntniß des Landes, wo die Fütterung geholet wird, besterMassen richten, wie nicht weniger darauf sehen, wie starck deren Geleit undwie dieses eingerichtet sey, gestalt man solches mit einem weit stärckerem Hauffen angreiffen und nöthigen muß, die Futter- Knechte zuverlassen, darauf manDenn gewisse und absonderlich darzu bestellte Leute abschicket, deren Pferdeaufzufangen.

Es ist aber eine allgemeine Regel, daß man die Futter- Knechte nie-mahls eher angreiffen soll, als wenn die Neuter beschafftiget sind, ihre Bundezu machen, und ihre Pferde fressen. Doch müssen diejenigen, welche beordert sind, die Pferde aufzufangen, etwas bey sich haben, daß sie die Halffter-Riemen, damit sie gespannet sind, entzwey schneiden, wie nicht wenigerPeitschen mit sich führen, solche vor sich hinzujagen, weil die Pferde einander

M3

nachs