Historische und Militarische Nachrichten.
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Cap. II.dieses Jahrhunderts, begnügen lassen, und von den Begebenheiten, die zumeiner Zeit geschehen, nur in so weit reden, als selbige, mit den Materien, soin dem Ersten Theil meiner Nachrichten abgehandelt worden, einigeGleichheit haben: angesehen meine Absicht blos dahin gehet, wie ich die Feh-ler, so ich in dem Kriege begehen sehen, hier anführen, und aus meinen ge-gebenen Regeln erweisen will, auf was Art dieselben vermieden werden können.Das andere Capitel.
Von den Grund Regeln, und der Gemüths Beschaffen-heit eines friedliebenden Fürsten.
Cap. II.
U meiner Zeit habe ich nicht gesehen, daß es einem Fürsten,oder Staat in Europa, leicht gewesen sey, die Grund- Regeln,welche Fürsten von einer friedlichen Gemüths- Beschaffenheit zu beobachtenhaben würden, aus freyer Wahl in Ubung zu setzen.
Zwar hat der Herr Herzog von Lothringen, seit der Zeit, da er seinenStaat regieret, keinen Krieg gehabt, soll auch, bey den Umständen, darinnen er sich befindet, als ein guter Politicus, mit Einwilligung des HausesDesterreich und der Cron Franckreich, bey der gegenwärtigen Neutralitatbeharren.
Der Groß Herzog von Florens hat ebenfalls keinen Krieg gehabt.Seine Gemüths Beschaffenheit reiset ihn auch nicht dazu, und seit Anno1690. da die Kayserlichen Truppen sind nach Italien gekommen, hat er, dasmit er der Plage mit den Winter- Quartieren überhoben seyn möchte, selbi=gen lieber wollen Geld geben, als sich mit den Waffen darwieder setzen.
Auch ist der König in Engelland, Carl der andere, der einzige grosseFürst gewesen, welcher auf gewisse Maafse wohl gerne wäre in Ruhe geblie-ben; allein die Mißgunft der Engellander gegen die Holländer, entweder wesgen der Ober- Herrschafft über das Meer, oder wegen der Handlung dieser beyden Nationen, ingleichen die dreyfache Allians zwischen den Cronen Engelland und Schweden, und der Republic Holland, um die Ruhe in Europa nachPhilippi IV. Tod zu erhalten, dann auch der Hochmuth der Holländer, so all-zu ehrgeizig und kühne geworden, und endlich die Abgunst, welche die Engel-lander, wegen des Französischen Glücks wieder Spanien, hegeten, wie nichtweniger der Kayfer und Holland, haben diesen Fürsten aus der Ruhe gerissen,darinnen er, seiner natürlichen Zuneigung nach, sonst gerne gelebet hätte, daferneer nicht, wieder seinen Willen, wäre vielmahl mit in den Krieg gezogen worden.
So gar auch die Republicken, welche, vermöge ihrer Einrichtung undBeschaffenheit, dem Ansehen nach nichts als Ruhe wünschen solten, sind zu meisner Zeit ebenfalls, durch Regungen der Abgunst, des Ehrgeizes oder des Eis
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