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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. III. 37

rete, indem er allen Italianischen Fürsten gewisse Summen zu bezahlen auf-legte, und vorgab, daß sie insgesamint Lehn- Leute von dem Reich wären,ohnerachtet dieses Recht von langer Zeit her, in Italien, nicht mehr bekanntwar, er aber dasselbe gar fein wieder hervor zu suchen wuste. Nachdemnun endlich, durch den Frieden zu Ryswick und den zu Carlowitz, die Rühein Europa wiederum hergestellet war, so behielt der Kayser, dem ungeachtet,feine Armeen auf den Beinen, war darzu, in dem ganzen Reich, geehret undgefürchtet, und stund bey allen seinen Alliirten, deren er niemahls einen ver-lassen, in sehr grossem Ansehen. Daher es ihm, bey dem erfolgten TodeCaroli II. Konigs in Spanien, nicht schwer gefallen, seinem besondern Nuszen und der Hoheit seines Hauses zum Vortheil, allen neidischen Eiser, dener den Europäischen Potentaten, von Franckreichs Ehrgeiz und ruhmgierigen Absichten, beygebracht, wiederum rege zu machen, gestalt er dieser Croneben so viel Feinde erwecket, als es Potentaten und Staaten giebet. Darsauf hat er, in den ersten Jahren dieses gegenwärtigen Krieges, die Schuldder Natur bezahlet,* nachdem er seinen ältesten Sohn, Jofephum Ignatium I.auf dem Kayserlichen Thron gelassen, seinen jüngsten Prinzen aber, Ertz-Herzog Carin, iezt regierende Kayserliche Majestät, zum Könige in Spa-nien ernennet hatte.

Alles, was ich aniego von der Conduite Kayfer Leopolds gefaget, habeich nur zu dem Ende vorgebracht, damit ich zeigen möge, daß er, unter allenFürsten, die ich regieren sehen, der einzige gewesen sey, deffen Politic stets dieallergeheimeste gewesen und am allerbesten zusammen gehangen habe. Er hatsich allemahl rach seinem wahren Intereffe gerichtet, und sich, durch die inner-lichen geheimen Verständnisse seines Hofs, niemahls davon abwendig machenlaffen, zum wenigsten nicht so weit, daß er dieselben hätte aus den Augen se-Ben sollen. Nach dem äusserlichen Ansehen dürffte seinem Sohn und Nach-folger, Kayfer Jofepho Ignatio, eben dieses Lob nicht beygeleget werden: dennob es wohl scheinet, daß er eben so wohl dahin trachte, die Macht der Kayserli-chen Würde, und die besondere Hoheit seines Hauses zu vergrössern, mithin, indiesen beyden Stücken, der Politic seines Vaters nachgehe, so hält er doch nichtso, wie dieser, an sich, und rücket nicht mehr Fuß vor Fuß fort, wie sein Vater,Daher es wohl geschehen könnte, daß ihn zu erniedrigen künfftig ein Bündnißentstünde, das eben so groß wäre, als dasjenige, welches sein Vater zusammenzu bringen wuste, Franckreich zu erniedrigen, zugleich aber sein besonderes Anse-hen und den Wachsthum seines Hauses zu befördern.

Von der Republic Denedig habe ich, in Ansehung ihrer ruhigen oderehrgeizigen Politic, nur etwas weniges vorzubringen. Diese Herrschafft

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€ 3

achtet

Kapfer Leopold, allerglorwürdigsten Andenckens, starb den sten May, 1705.