Historische und Militarische Nachrichten. Cap. III. 39schon damit umgieng, wie er, wieder dasselbige, Spanische Parthey nehmenwolte.
Als im Jahr 1690. Der Herr Herzog von Savoyen der Cron Franckreichden Krieg ankündigte, so hatte es das Ansehen, als wenn er mit selbiger in gu-tem Vernehmen stünde, solte auch, krafft eines errichteten Tractats, mit seinenTruppen zu den Französischen Völckern stoffen, um in das Meyländische einzubrechen, und dabey den Titul eines Generaliffimi annehmen; allein er giengnichts desto weniger von dieser Crone ab, und hatte sich mit dem Kayser, Spa-nien, Engelland, und Holland in ein Bündniß eingelassen. Und nachdem erDarauf im Jahr 1696. ohne Vorwissen seiner Alliirten, mit Franckreich, einenParticular- Frieden gemacht hatte, wiche er gleicher gestalt, feines Intereffe hal-ber, von ihnen ab; wiewohl dieses Intereffelin der That groß und sehr vermogend war, in dem Herzen eines Fürsten, der so, wie dieser Herzog, geartet, vorDer Aufrichtigkeit den Vorzug zu erhalten: allermassen ihm der König Savoyen, die Grafschafft Nizza und Sufe wiedergab, hiernächst demselben Pigne-rol, und das dazu gehörige Land, das Franckreich von langer Zeit her im Bessię hatte, wiederum einräumete, und über dies seine älteste Printeßin Tochtermit dem Herzog von Burgund vermählen ließ, ohne daß ihn deren Aussteuereine Pistole kostete. Solcher gestalt sahe man nun, von cinem Tage zu demandern, daß dieser Fürst bald Generaliffimus von den Armeen unserer Feindewar, bald aber als Generaliffimus über unsere Truppen, mit seinen eigenenVolckern die Festung Valence, in dem Meyländischen, belagern halff. Wannaber Franckreich, im Jahr 1703, einen Theil seiner Truppen, die in der Lombardey zu den unfrigen gestoffen, verarrestiren ließ, und ihn nachhero mit Kriegüberzog, so geschahe dasselbe aus der Ursache, weil der König vollkommen über-zeuget war, daß er mit unsern Feinden Bündnisse gemacht und geheimeFreundschafft unterhalten, zu dem auch Franckreich und Spanien von langerZeit her verrathen hatte, ob er gleich nur vor kurzer Zeit eine neue Verwandt-schafft mit dem Könige in Spanien Philippo V. gestifftet, und diesem seinejüngste Prinzeßin Tochter zur Gemahlin gegeben hatte.
Die Lage der Staaten des Herrn Herzogs von Lothringen, und die Exempel seiner Vorfahren, gestatten ihm nicht, in feiner Politic andern Grund- Nesgeln zu folgen, als denen ein friedliebender Fürst nachzugehen pfleget. Imübrigen nehmen fast alle Teutsche Fürsten Subfidien und überlassen Mann-schafft. Daher wenden sie sich bey nahe allemahl auf die Seite derjenigen Herrsschafft, welche ihnen am meisten giebet, und der es am leichtesten ist, die über-laffene Mannschafft zu sich kommen zu lassen.
Die Italianische Fürsten, darunter ich auch die Republic Genua rechne,wollen und müssen nichts anders, als ihre Ruhe, wünschen. Wird diese gestöb-
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