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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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57
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VII. 5 57

nen. Nun war zwar Schottland und Irland diesem unglücklichen Fürstentreu verblieben; allein Schottland ward behende unter den Fuß gebracht, dashingegen Irland, mit Beyhülffe einiges Französischen Succurfes, es bis in dasfolgende Jahr mit seinem rechtmäßigen Könige hielte. Doch als es ebenfallserobert worden, so vereinigten sich die Engellander, die nunmehro ihren neuenKönig, den sie vor kurzem sich selbst erwehlet, zu beschüßen gehalten waren,gar leicht mit den Spaniern und Holländern Franckreich zu bekriegen, also,daß diese Crone mur gedachte drey Herrschafften zu Feinden bekam, ob siegleich mit dem Kayser und dem Reich annoch im Kriege verwickelt war.

Währender Minderjährigkeit des Herzogs von Savoyen, und auch nachder Zeit, da er die Regierung seiner Lande angetreten, haben wir uns gegen diessen Fürsten sehr hart erwiesen; was aber die Ursachen hiervon gewesen sind,daffelbe gehöret zu meiner gegenwärtigen Materie nicht. Wie man nun dieehrgeizige, rachgierige und eigennüßige Gemüths- Beschaffenheit dieses Prinszen kennet, so glaubete man mit Recht, daß er sich wohl mit unsern Feinden ver-einigen, und uns, wegen Cafal, Pignerol und Dauphiné, zur Unzeit beunruhigenkönnte. Daher begehrete man von ihm allzustarcke Versicherungen, daß ersich mit niemand, wieder uns, einlassen wolte, indem man von ihm verlange-te, daß er uns die Citadelle zu Turin, zum Unterpfand feines gegebenen Worts,einräumen solte. Auch ließ man, unter währender solcher Handlung, eine Armee an die Grenze seiner Lander rücken, und zwar unter dem Fürwand, daß mandie Spanier in dem Meyländischen befriegen wolte.

Dieweil sich aber dieser wißige Fürst nicht in dem Stande sahe, unsernersten Anfall gegen sich auszuhalten, so spielete er gedachte Handlung so langein das weite Feld, als er Zeit brauchte mit dem Kayser, Engelland, Spanienund Holland geheime Tractaten zu schliessen, darauf aber kündigte er uns, imAnfang des Mays 1690, den Krieg selbst an. Zuvor war Franckreich nurauf der einzigen Seite von Italien in Ruhe, doch nunmehro da der Herr Her-kog von Savoyen dieser Crone den Krieg angekündiget hatte, so sabe sie sich anallen Orten bekrieget.

Diesen weitläufftigen Ausschweiff habe ich nur zu dem Ende gebrauchet,damit ich zu erkennen gebe, wie weit Franckreich, in Ansehung der Grund-Sage, welchen man folgen muß, wenn man einen Offenfiv Krieg anfangenund mit Vortheil zu Ende bringen will, von den Regein einer guten Politicabgewichen sey. Der Ausgang hat die Wahrheit desjenigen, so ich dieserwegen sage, mehr als zu sehr dargethan, weil Franckreich, nachdem es ebenso viel Schlachten gewonnen, als es deren geliefert, auch allenthalben Fe-stungen von grosser Wichtigkeit erobert, und diesen Krieg ganzer zehen Jahreausgehalten, sich dennoch gezwungen gesehen, dem Herzog von SavoyenZweyter Theil.

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alles,