Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VII. 61
Gefahr andreueten, zu dem seine Handlung in beyden Indien ruiniren, undso car auch in den Fluß bey Lissabon, und seine andere Hafen, mit Gewalteinlauffen wolten. Neben dem ist es ziemlich wahrscheinlich, daß ihm dieAllient einen Zuwachs von Einkünfften, dem Spanischen festen Lande zumNack theil, versprochen, wie nicht weniger die Subfidien, welche ihm Engel-land und Holland darreichte, ihm den Krieg nicht so gar beschwerlich machenkonnten. Über dies mag gedachter Fürst auch wohl befürchtet haben, daßFranckreich, welches Portugall ehedeffen, in seinem Aufstand, wieder Spa-nien, Beystand geleistet, nunmehro helffen möchte ihn des seinigen zu berau-ber, und fein kleines Königreich den andern Cronen dieser Monarchie wiederum beyzufügen. Alle diese Ursachen der Furcht und des Intereffe mögen also den Konig in Portugall wohl bewogen haben, mit den Feinden der beydenCronen in einen Bund zu treten, damit sie dadurch nachhero gehalten waren,ihn gegen Spanien zu beschüßen, und es dahin brachten, daß er, zur Sichersheit und Garantie feines Staats, wie er aniego ist, in dem allgemeinen FrieDens- Tractat mit eingeschlossen würde.
Von dem Herrn Herzog von Savoyen hatte es das Anschen, als wenner krafftige Ursachen hätte, es beständig mit den beyden Cronen zu halten, weilDeffen zwey Printeßinnen Tochter, eine mit dem Herzog von Burgund, unddie andere mit dem Könige in Spanien, Philippo V. vermählet waren.Gleichwie aber ein Fürst von der Gemüths Beschaffenheit, wie ich densselben vorgestellet habe, folche nicht leichtlich ändert, so suchte er neue Vor-theile bey der Gegen Parthey, und machte in geheim Allianz mit denFeinden der beyden Cronen: immassen er an der Spiße der Französischenund Spanischen Armeen, mit dem Pringen Eugenio, welcher die Kayserlichencommandirte, Correfpondens unterhielt. Und obwohl der König seiner Versratheren schon lange versichert war, ehe er deshalber seinen Unwillen öffentlichspüren ließ, fo geschahe doch solches nicht cher, als bis man rechtmäßige Ursa-chen hatte, die Würckungen solcher heimlichen Verständniß zu befürchten, geftalt alsdenn erst der König dem Herseg von Vendôme anbefahl, dieses Fürsften Truppen, deren ein Theil zu der beyden Cronen Armee gestossen war, inArrest zu nehmen, und ihm den Krieg anzukündigen.
Aus der kurtz gefaßten Erzehlung, welche ich von den besondern Bewesgungs- Gründen der Fürsten und Herrschafften, welche sich wieder die beydenEronen verbunden, gethan habe, will ich nunmehro zu der Materie, davon ichhandele, nehmlich von dem Defenfiv- Krieg, felbst schreiten, und zeigen wie dieHaupt- Fehler, so wieder die Regein dieser Art von Kriegen begangen worden,beschaffen gewefen, und wie diesen ein Fürst ver dem Offenfiv- Krieg niemahlserwehlen und solchem vorziehen soll.
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