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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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95
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VII. 95

von Oranien, auf die scheinbarliche Güte seines Posten, sich nicht allzu vielverlassen, sondern einem Treffen, welches den Sachen den Ausschlag gebenkönnen, zu einer Zeit, da die von ihm auscommandirte Hauffen, zu dessenBermeidung, ihn weislich bewegen sollen, würcklich entgehen wollen, undsich hiernächst der Nacht bedienet hatte, seine Armee über die Getthe gehenzu lassen, so daß er diesen Fluß vor sich gehabt, so ist gewiß, daß alle Beswegungen, die Mr. de Luxembourg, als ein geschickter und grosser Capitain,gemacht hätte, den Prinzen von Oranien anzugreiffen, ihm zu keinem solchenBortheil würden gereichet seyn, daß dadurch die Natur des Krieges wåreverändert, oder die Oberhand über seinen Feind von ihm erlanget worden,weil dergleichen Bewegungen, ohne Gefecht, nichts würden ausgemacht hasben. Denn hätte der Prinz von Oranien sich mit der Getthe bedecket undDas Schlagen vermieden, so verschaffte er sich dadurch das unfehlbare Mit-tel, seine gefaminte Macht wieder zusammen zu bringen, und mithin die Ober-Hand über den Marschall de Luxembourg zu behaupten.

Dieses ist also ein Exempel, welches darthut, wie gar leicht ein Fehler,fo vor einem General, der eine hohe Fähigkeit befizet, begangen worden, zuallen andern führet, und zwar nicht selten zu demjenigen, welcher der Besschaffenheit des Krieges den Ausschlag giebet.

Ich habe bereits oben erwähnet, daß man anfänglich vorhabens geswesen in Teutschland defenfivè zu gehen, und daß die Feinde selbst willenswaren, auf selbiger Seite, nichts vorzunehmen, weil sie in Ungarn und Piemontdie Oberhand haben und offenfivè agiren wolten, indem sie, durch dasjenige,so in dem vorigen Jahr daselbst vorgegangen, hierzu genüglich ermahnet wurDen. Nachdem aber der Dauphin, mit seiner Armee, nach Teutschlandmarschiret, und zu derjenigen, die bereits dorten stund, gestoffen war, um gesgen die Reichs- Armee, welche Print Louis von Baden allda commandirte,mit gesammter Hand zu agiren, so dachte dieser Prink, welcher eine Armee,die weit stärcker, als seine, war, auf sich los kommen sahe, einig und alleindahin, wie er sich nur auf so eine Art segen möchte, daß er Teutschland jensseit des Neckars bewahren könnte, das ganze Land, zwischen dem Rhein undNeckar, hingegen ließ er fahren, indem er dafür hielte, daß es, in dem Zu-stand, darinnen er sich befande, schon genug wäre, wenn er hindern könnte,daß wir nicht weiter eindrängen, zu dem auch hoffete, daß die Ober- Machtdes Prinzen von Oranien in Flandern, oder der Offenfiv Krieg, welchen derHerzog von Savoyen zu führen entschlossen war, ihm unsere groffe Machtin Teutschland von dem Halse schaffen, und uns veranlassen würde, der Fesstung Pignerol zum Entsaz abzumarschiren, oder Flandern zu Hülffe zu kommen, und also keine Winter- Quartiere in Teutschland nehmen könnten.

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