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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VII.ziemend regieren möge; daher soll er dieselben niemahls durch sich, oder an-Dere, welchen er die besondere Regierung feines Volcks anvertrauet, unwilligmachen, vielweniger gegen dasselbe einige Härtigkeit gebrauchen, er habe dennzuvor alle gelinde Manieren, seiner Unterthanen Herzen zu gewinnen, gleichsamerschöpffet. Denn wenn eine ganze Nation oder ein Volck ist aufgebrachtworden, so sind dessen aufrührische Bewegungen allgemein; das aber einFürst sorgfältiglich verhüten muß, damit es sich niemabis zutrage: gestalt es,in Ansehung gegenwärtiger Materie, sicher und gewiß ist, daß, wenn der Kayfer die Protestanten und Groffen in Ungarn von dieser Religion, in deren freyenÜbung, nicht beunruhiget, und der Jesuitischen Haab- Sucht dahin gegeben,noch auch diesen Herren Patribus die Güter gedachter Herrschafften zugeschlagen, viel weniger, auf dem Reichs- Tage zu Edenburg, die Privilegia der gesfammten Nation über den Hauffen geworffen, und die Nachfolge in dieserCron für sein Haus erblich gemacht hätte, dieser Aufstand daselbst bey weitemnicht würde so allgemein gewesen seyn.

Solchemnach hatte der Kayser, nach den Regeln einer vorsichtigen Poslitic, und zu Vermeidung eines innerlichen Krieges in Ungarn, die Privilegiadieser Nation nur nach und nach schwächen, und zuforderst die Herren, welcheer seinem Hause am wenigsten zugethan erachtete, durch Sanffimuth, Freundslichkeit, Wohlthaten und Versorgungen in Teutschland, vollends gewinnensollen. Eben so hätte er die Würde eines Palatini, die er vielmahl, wiederdie Gesetze des Königreichs Ungarn, so alle Fremde davon ausschliessen, durcheinen Teutschen verwalten laffen, nicht abschaffen, sondern einen UngarischenHerrn, von dem er gewust, daß er dem Intereffe seines Hauses zugethan wäre,Damit versehen sollen. Durch eine solche vorsichtige und geheime Conduitehätte er die Grossen unvermerckt unter das Joch gebracht, ohne daß sie desseninnen geworden, als wenn es ihnen würde unmöglich gefallen seyn, dasselbigewiederum abzuwerffen.

Ich will hier von dem Aufstand zu Meflina, welcher sich in dem Jahr1676. zutrug, nur so viel gedencken, damit ich abermahl darthue, was eine zurUnzeit gebrauchte harte und strenge Regierung bey Volckern, die von Naturleichtsinnig, und die Privilegia, die sie sich, bey ihrer Ergebung an einen Fürssten, vorbehalten, zu conferviren gemeynet sind, für gefährliche Dinge nachsich zu ziehen pfleget. Diese Aufruhr würde den gänzlichen Verlust diesesKönigreichs für die Spanier verursachet haben, woferne das Commando überdes Königs Armee einem andern Mann, als dem Marschall de Vivonne,wäre aufgetragen worden, und dessen natürliche Faulheit und Trägheit denSpaniern und ihren Alliirten nicht Zeit gelassen hätte, für die Erhaltung dieserInful zu sorgen.

Q. 2

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