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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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129
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. X. 129

Chamillard erwehlet hat, daß sie unter ihm arbeiten solten, zu den Bedie-nungen in seinen Expedition- Stuben, ganz untüchtig befunden worden, weilsich diese über ihr Vermögen unendlich weit erstrecken. Daher denn von solchen Leuten, die nicht nachsinnen konnten, keine Sache geheim gehalten werden mochte. Das sind nun überhaupt die wahren Ursachen, warum desKönigs Sachen, aus Mangel der Verschwiegenheit, in Verfall gerathenfind.

Cap. X.

SS

Das zehende Capitel.

Von der Känntniß des Landes.

Eine Anmerckungen über diese Materie werden weiter nichtgehen, als bis auf die Fehler, die ich habe begehen sehen,und davon ich eine völlige Wissenschafft habe.

Es ist gewiß, daß, wenn der König im Jahr 1667. da er Spanien denKrieg ankündigte, gleich anfangs seine Armee vor Brüssel gebracht hätte, erfich dieser Stadt leicht bemeistert, und deren Verlust des ganzen Landes seinen, für die Spanier, nach sich gezogen haben würde, und zwar aus denUrsachen, davon ich anderwärts geredet habe. Dieser Fehler ist, aus Man-gel genauer Kanntniß der Niederlande, begangen worden, in Ansehung desallgemeinen Entwurffs von dem Kriege, den man da führen wolte, und dervor dessen Ankündigung und besondern Operationen, bey dieser Gelegenheit,gemacht werden sollen. Die Furcht, es möchte der Armee, auf ihrem Marsch,an Brod fehlen, war von so grosser Wichtigkeit nicht: man weiß ja, daß esein leichtes ist, daß man den Soldaten auf sechs Tage welches mitnehmenlassen mag, so konnte man auch der Armee eine so starcke Mehl- Convoy nachziehen lassen, daß solche auf vierzehen Tage zu leben gehabt hätte. DieseZeit wäre nun mehr als hinlänglich gewesen die grossen unbewehrten Städte,die bey Brüssel sind, unter seine Bothmäßigkeit zu bringen, daraus man dennzur selbigen Zeit gar leicht Brod für die Armee erlangen können.

Die Besorgniß, man konnte das grobe Geschůz und hinlängliche KriegsNothdurfft nicht mit bey der Armee herführen, den Anschlag auf Brüssel indas Werck zu richten, war eben so wenig vernünfftig: man konnte hierzugar leicht Rath schaffen, wenn man die Pferde und Fuhrwercke aus Picar-die und Champagne zu einer solchen Jahrs- Zeit, wie damahls, zusammengebracht hätte, weil selbige da weder mit dem Acker- Bau noch der Ernde zuthun hatten. Zu dem war Brüssel dergestalt entblöfset, daß ihre Gegenwehrvon keiner langen Dauer würde gewesen seyn. So wurde man auch wohlin den grossen Städten, die mit Brüssel benachbart, Pulver einzeln gefunDen haben, welches zu dem Feuer des Fuß- Volcks schon hinlänglich gewesen wäre.Zweyter Theil.K

Ja