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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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207
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXIX. 207

er auf dem Hinterhalt stehet, nicht entdecket werde, und, wenn er von dar wiederhinweg gehet, nachdem er entweder sein Vorhaben ausgeführet, oder ihm solches mißlungen, feine Sicherheit haben möge.

Das neun und zwanzigste Capitel.

Von dem Angriff der Linien, so ein Land zu bedeckenangeleget worden.

Cap. XXIX.

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Je ich alles, was man für und gegen diese Linien fagenfan, in meinen Grund- Regeln, bereits angeführet habe,so will ich mir es lassen genug seyn, hier die Exempel zu erzehlen, welche ich vonihrer schlechten Nugbarkeit gesehen habe, nicht nur in Ansehung der beydenAbsichten, wegen der Streiffereyen und der Contributionen, davor man sie,Durch deren Mittel, zu verwahren meynet, sondern auch in Betrachtung desEinfalls der feindlichen Armee in ein solches Land, welches mit dergleichen Linien bedecket ist, vornehmlich wenn sich der Umfang der Linie viel weiter, alsDie Fronte der Armee, erstrecket hat, wie es allemah! zu geschehen pfleget.

Die allerkürzesten Linien, welche wir zur Bedeckung eines Landes angesleget, und solches von der Contribution befreyen wollen, sind wohl die beyCortrich, zwischen der Lys und der Schelde, gewesen. Gleichwohl sind diesselben, von den Herren de la Valette und de Villars, zu beyden mahlen verlasssen worden, da die Feinde ein Corps, das starcker war, als dasjenige, fodiefelben bewahrte, gegen dieselben anrücken lieffen: auch haben diese zweyGenerals daran klug gethan, jedoch mit einigem Unterschied in ihren Bewegungen. Mr. de la Valette war gar zu schwach, und muste sich daher seheweit zurück und an einen Ort ziehen, woselbst er so lange in Sicherheit stehenkonnte, bis ihn der Herzog von Luxembourg, durch die Erhaltung derSchlacht bey Nerwinden, in einen bequemern Zustand zu versezen verindgend war. Mr. de Villars aber, der ein Corps von dreyzehen bis vierzehentausend Mann beysammen hatte, nahm einen sehr guten Entschluß: er hieltenelymlich dafür, daß, wenn er sich dem Feind entgegen stellte und die Linie beshaupten wolte, er leicht über den Hauffen geworffen werden dürffte, weil erallenthalben, wo der Feind, mit Hülffe der Nacht, seinen Haupt- Angriff that,schwacher als dieser seyn würde. Solchemnach ersahe er sich einen gutenPosten inwendig in der Linie gegen deren Centrum, welche Stellung denn denFeind dergestalt zurück hielt, daß er weder auf ihn los gehen, noch ihn aufdiesem Posten angreiffen durffte, weil er da seine Truppen beysammen hatte,noch auch vorwärts rücken und in das Land hinein dringen konnte, indem erentweder die Seite blos gegeben, oder das Corps des Herrn de Villars hintersich gelassen hätte.

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