Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 315
Das Treffen bey Oudenarde, fo 1708. gehalten worden, ist von der an- Treffen beydern Gattung der grossen Actionen, weil, bey dieser Gelegenheit, nur eine OudenardeSpize von unserer Armee eine stärckere und weitere Fronte, als unsere war, 1708.nach und nach angegriffen hat.
Wie ich aber, bey der Materie der vorhergehenden Capitel, von demjenigen, so vor diesem Treffen hergegangen, bereits sonsten etwas gedacht habe,so will ich hier nur so viel sagen, daß, weil unsers Orts, zu einem Gefecht,nicht die mindeste Anstalt gemacht gewesen, der Verlust an Mannschafft, obfolcher schon groß gewesen, so wichtig nicht seyn konnte, daß selbiger den Saschen den Ausschlag geben mögen, und daß die Unordnung und der grosse Versluft blos daher entstanden, weil man sich ohne einige Anstalt in der Nacht zu-vück gezogen, die Truppen auch nicht wusten, wo sie hingiengen, und von niemand geführet wurden.
Ich will demnach nur allein anmercken, daß weder das Vorhaben, sichin ein Treffen einzulassen, noch die Einrichtung zum Fechten, wie man beyOudenarde gethan hat, iemahls zum Exempel dienen soll, dem man nachzu-folgen habe.
Die Schlacht bey Malplaquet ist in dem Jahr 1709. geliefert worden; Schlacht beydieweil aber diese wichtige Begebenheit, welche von beyden Gattungen der Malplaquetgrossen Actionen etwas hat, eine lange Untersuchung wohl verdienet, so muß 1709.solche weiter, als von dem Tage der Action, hergeholet werden, massen dievorher gegangenen Fehler diese Begebenheit, wieder die Regeln, so ich einemGeneral, der mit seiner ganzen Armee ein Treffen halten will, oder ein solches zu vermeiden Ursach hat, gegeben habe, zu wege gebracht haben. Dennbey dieser Gelegenheit habe ich unmöglich mit mir einig werden können, ob derMarschall de Villars ein allgemeines Treffen verlangte, oder ob er dergleichennicht haben wolte.
Ob ich wohl bereits anderwärts von der Einrichtung der Feinde, beywährender Belagerung der Festung Dornick oder Tournai, geredet habe,so ist doch solches nur in so weit geschehen, als es ermeldete Belagerung bestroffen hat, daher muß ich demjenigen, was ich davon gefaget, annoch diesesbeyfügen, daß die Feinde, über ihre ganze zusammen gezogene Macht die Belagerung Tournai zu bedecken, noch ein Corps von acht bis zehen tausendMann, zur Sicherheit ihrer Convoyen von Brüssel, Ath und Oudenarde,an der Dendre hatten, weil der Marschall de Villars den Herrn de Luxem-bourg mit einem Corps zu Pferd und zu Fuß, bey Condé, hielt. Solchemnach war dieses Corps den Feinden unentbehrlich, und gab doch, unter währender Belagerung, weiter nichts zu erkennen, als eine kluge Vorsicht des
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Feindes,