324 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.
sehen wir uns in einen solchen Zustand gesetzet hatten, daß, wenn wir auchschon, vermittelst unserer hartnäckigen Gegenwehr auf unserer ganzen Fronte,noch so grosse Vortheile erjaget hätten, wir dennoch ganz unmöglich fortsrücken, und uns, mit einer Fronte, die weiter gegangen, als die, so wir denFeind einnehmen laffen, unfern erlangten Vortheil zu Nuh machen können.
Gegen das Ende des 10. schiene es, als wenn Mr. de Villars wahrnahme,daß er sich in keiner guten Einrichtung befande, ließ daher hinter ihm eineVerschanzung abstechen, so, daß er von der Tieffe abwiche, und machte solcheungefähr auf die Art, wie er dieselbe am 9ten gleich bey seiner Ankunfft hattemachen lassen sollen, wenn man voraussetzet, daß ihm die Lust vergangen ge-wesen wäre, den Feind aufzusuchen und mit ihm zu schlagen.
Nun fieng man wohl gleich in der Nacht vom 10. bis zu dem 11. an diesser neuen Verschangung an zu arbeiten; nichts desto weniger aber war manfrühe am uiten, als sich der Feind fertig machte, uns anzugreiffen, so wenig damit fortgerücket, daß man diese Arbeit eilig stehen ließ, und dahin bedacht war,Dessen Anfällen behörigen Wiederstand zu thun.
Der Print Eugenius erschiene fo fort vor unserer ganzen Fronte, jedochmehr in vielen Colonnen, als mit einer ausgebreiteten Fronte, daraus wirbillig hätten urtheilen sollen, daß er nicht allenthalben, auf gleiche Art, ansetzen, sondern seine Angriffe nach einander thun und so führen würde, daß er,nach dem Erfolg, den sie mehr an einem als dem andern Ort unserer Frontehaben möchten, dieselben vermehren könnte.
Diese Anstalt zum Angriff, die sich spüren zu laffen anfieng, håtte unsveranlaffen sollen, einige Veränderung in unserer Einrichtung zur Gegenwehrzu machen, und wir hätten zu der Zeit zum allerwenigsten die unnüßen Ba-taillons, die wir hinter den Hölzern auf dem rechten und lincken Flügel hatten, sich unserer Fronte der ersten Linie nähern lassen sollen, entweder vorwarts auf die feindliche Fronte, welche der Fronte unfers Centri entgegenstund, anzumarschiren, indem man selbige sehr von Volck entblöfset sabe, wegen der vielen Infanterie in Colonnen, welche mit dem Angriff unsers linckenFlügels, den man in die Holger von der Tieffe an bis an das äusserste EndeDeffelbigen lincken Flügels gestellet hatte, völlig beschäfftiget war, oder aberDen Feind zu nöthigen, daß er das Fuß- Volck, welches man ihn gegen unsernlincken Flügel, der in dem Holh nur auf einer Linie stund, mit Obermachtbrauchen sahe, wiederum auf sein Centrum zurück kommen lassen müfte: weilman ja wahrnahm, daß gedachter lincker Flügel von vielen Colonnen, derenso gar einige über dessen Ende zum Vorschein kamen, nachdrücklich angegriffen ward, und dieses uns zur Gnüge zu erkennen geben solte, daß gemeldetesfeindliche Fuß- Volck darzu bestimmet wäre, daß es unsern lincken Flügel von derSeite und von hinten anfallen folte.
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