Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XLV. 381
Ja man hätte auch so gar, in den Gassen der Stadt, noch andere Abschnittemachen, und sich der Sambre, und dem Schloß zugleich, wiederum nähernkönnen. Diese Abschnitte wären leicht zu behaupten gewesen; denn wennman sich von einem Abschnitt in den andern zurück zog, so konnte man denTheil, welchen man verließ, in Brand stecken, wodurch der Feind viele Tagehindurch wäre abgehalten worden, sich demselbigen zu nähern, vornehmlichaber wenn er sich gezwungen gesehen, Stücken anführen zu lassen, die neuenAbschnitte zu ruiniren, die er, nach der Maasse, da er angerücket, gefundenhaben würde. Kurz, man konnte die Stadt solcher gestalt inwendig bis andie Maas vertheidigen, die bey dieser Gelegenheit zu einem tüchtigen Grabenhätte dienen können.
Will man mir einwenden, daß der Feind im Fall einer solchen inwen-digen und hartnäckigen Vertheidigung sich würde entschlossen haben, die Gerbäude der Stadt selbst zu ruiniren, und selbige mit seinen Bomben und glüen-Den Kugeln in den Brand zu setzen: so gebe ich zur Antwort, daß man es,durch solche Feuers- Brunst, in der That dahin bringen können, daß man gedachte Abschnitte hätte verlassen müssen; allein es ist auch gewiß, daß derFeind viele Zeit verlohren hatte, und eine grosse Menge Kriegs- Nothdurfftdürffte aufgegangen seyn, der Besitz der Stadt auch ihm zu der Belagerungdes Schlosses nichts würde gedienet haben, vielmehr würde dieser Brand denFeind viele Tage hindurch gehindert haben, in diese verbrannte und erhitzteGebäude zu dringen. Da nun aber solche Abschnitte oder innerliche Ver-schansungen blos auf die Verlängerung der Gegenwehr abzielen, so muß manbekennen, daß, da die Maas durch Namur fleußt, das Schloß auch, durchDie Sambre, darvon abgesondert wird, diese Stadt eine Festung war, woselbstbey einer so zahlreichen Besatzung, wie die, so darinnen lag, eine innerlicheVertheidigung hatte gar wohl statt haben können.
Als der Marschall de Catinat im Jahr 1697. Ath belagerte, hatte derCommandant in der Festung die Bastey, auf der lincken Seite des Angriffs,zu verschansen angefangen; wenn man aber diesen Abschnitt in behörigenStand sehen wollen, so müste die Gegenwehr viel länger gedauret haben, alsgeschahe.
Solchemnach mache ich, in Ansehung der Abschnitte an der Kehle derBafteyen, den Schluß, daß diejenige Zeit, welche man darauf wendet, undfolche denn erst zu machen anfanget, wenn die Belagerung vor der Festungschon würcklich formiret ist, bey nahe allemahl verlohren sey, und zu der Gesgenwehr nur dienen, wenn solche entweder mit der Festung zugleich, oder dochwenigstens lange zuvor, ehe der Ort belagert worden, ihre Voliständigkeit er-langet haben: denn wenn man selbige da crst anfanget, wenn die Belagerung
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schon