Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XLVIII. 411Stande gewesen, sie zu nöthigen, daß sie mit mehrer Vorsicht, als geschehen,an ihn kommen müssen, welches denn seine Gegenwehr verlängert hätte.Man siehet ja, daß der Feind die verpallisadirte Mauer, so zwischen dem bedeckten Weg bey dem Angriff an dem Valencienner- Thor, und dem vordernbedeckten Weg, den man verlassen hatte, in eben der Nacht zwar hefftig bestürmte, gleichwohl aber dabey viel Volck einbuffete, und dennoch nichts aussrichten konnte. Die Ursach hiervon ist, daß die Fronte, welche sich verthei-digte, sich viel weiter erstreckte, als diejenige, so den Angriff that. Hätteman sich dieser Regel bey dem Angriff der Sieben- Brunnen bedienet, so würsde sich der Feind allda nicht so aufgeführet haben, wie er gethan hat, und wieich iezo gleich zeigen will, indem ich untersuche, was auf diesem Angriff, inder Nacht vom 17. auf den 18. erfolget ist.
Diese Nacht von dem 17. bis auf den 18. geschahe es, nach des TageRegisters Bericht, daß die Feinde in dem Winckel des bedeckten Wegs, vorder Blandinischen Basten, welche, wie ich bereits angezeiget, zwischen denbeyden Hornwercken der Sieben- Brunnen und Ryffel gelegen ist, sich zuverschanzen bemühet waren. Damahls hatten sie, nachdem sie sich in einemWinckel des bedeckten Wegs vor dem Hornwerck der Sieben- Brunnen eingegraben, in dieses noch keine Bresche geleget, sondern waren, vermittelst eisner doppelten Sappe, gegen das Blandinische Bollwerck, zwischen diesen beyden Wercken, hingegangen.
Ich bilde mir indessen gar nicht ein, daß man der Zaghafftigkeit oderUngeschicklichkeit einer solchen Gegenwehr etwas benfügen könne, und daßman ein Exempel finde, daß eine dergleichen Aufführung bey einem Angriff,von einem Mann, welchem die Vertheidigung einer Festung anvertrauet gewesen, jemahls sey gedultet worden. Worzu hat denn Mr. de Surville, diegange Belagerung über, diese 400. Dragoner, die er zum Hinterhalt aufbeshielt, und diese vierte Brigade, so er auf den Wällen ausgebreitet hatte, jemahls gebrauchet? Und woher kommt es denn, daß nichts gedacht wird, daßman auf ein Werck, das so unbesonnener weise, wie diese doppelte Sappe,geführet worden, und zwar vor einer so wichtigen Fronte, als der Festungibre, zwischen den beyden Hornwercken, und zwischen zwey Flanquen, wiedie von diesen beyden Wercken, war, einen einzigen Ausfall gethan habe?Eine solche Gegenwehr kan nimmermehr entschuldiget und vergeben werden.Ja man siehet so gar aus demselben Tag- Register, daß die Verschanssung auf dem bedeckten Weg, in dem Winckel, vor dem Blandinischen Bollwerck, noch vor der doppelten Sappe die Communication zu erlangen ange
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