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Stammliste aller Regimenter und Corps der königlich-preussischen Armee für das Jahr 1804 : nebst Nachträgen und Verbesserungen bis zum 1sten Junius 1805
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XI
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Engen und unter der Anführung des geduckten Für-sten von Anhalt, in Deutschland sind in Italien machten, der kriegerische Geist in diesen Truppen un-terhalten nnd vergrößert: und es ist bekannt, daß solchesich in diesen Kneaen öfters auszeichneten.

Friedrich Wilhelm Isckeinr mit dem Vorsätze, sei-nen Staat militärisch zu bilden, denTbron bestiegen zuhaben. Schon als Kronprinz, vierzehn Jahr alt, er-richtete er zu Wusterhausen , zu seinen Jagdzeitvertrei-ben, eine Art von Jagdgarde, von ungefähr dreißigjungen Leuten, welche gleichförmig als Grenadier,Musquetier und Füsilier gekleidet, und anfänglich mithölzernen, nachher mit ordentlichen Flinten versehenwaren. Außer ihrer Bestimmung, bei der Jagd zumTreiben zu dienen übte er sie, in eigener Person, fleißigin den Waffen, hielt sie zu der größten Reinlichkeit undOrdnung au, und lernte durch diese Beschäftigung mitihnen den Werth und die Bestimmung jedes Waffen-siüekcs kennen. Sie wurden das Muster und derStamm der nachher von ihm gestifteten bekanntengroßen Garde. Mehrere Vorfälle nährten die Vorliebe,welche aus diesen Zeitvertreiben für den Soldatenstandin ihm entsprang, und machten ihn aufmerksam aufdie Nothwendigkeit eines gut gebildeten und ansehnli-chen tzeereö. Er hörte, wie er als Kronprinz einenFeldzug in den Niederlanden mitmachte, zwei englischeGenerale über die Kriegsmacht, welche ein König vonPreußen zu unterhalten im Stande sey, einen Streitführen, der ihn überzeugte, daß der preußische Staatsehr gering geschäht wurde; vorzüglich aber sah er ander Regierung seines eigenen Vaters, daß ein Staat,ohne ein ansehnliches, gut unterhaltenes Heer, sehroft den nnangenehmsten Demüthigungen ausgesetzt ist.Die Krstgsvölker Königs Friedrichs! gehörten mehr sei-nen Bundesgenossen, welche ihm tzülfsgeldcr bezahlten,als ihm selbst, und die Schweden und Russen zogenungefragt durch seine Staaten. Friedrich Wilhelm lfing also seine Regierung mit einer sehr ordentlichenEinrichtung der Staalöwirthschaft an, und vermehrtezugleich sein Heer. Schon im Jahre 1718 bestand