Eben so war er bedacht, Ordnung, Gleichförmigkeitund Mannszucht unter das Heer zu bringen. Au die-sem Endzwecke zog er nicht allein die Reiterei, welchebis jetzt einzeln auf dem Lande und in Dörfern ein-quartiert gelegen hatte, in die kleinen Städte zusam-men, sondern machte auch im Jahre 1726 für jede derverschiedenen Arten von Truppen ein eigenes Regle-ment bekannt, in welchem der, jeder dieser Art vonTruppen zukommende Dienst, und die für jede noth-wendigen Uebungen, genau und ausführlich vorge-schrieben waren. Um desto sicherer bei der Abfassungdesselben zu Werke zu gehen, studierte er vorder sorg-fältig die Kriegoreglements der vornehmsten europäi-schen Machte, un'er welchen sinn das ausführlichespanische am meisten gefallen baden soll, und auch vonihm benutzt worden ist. Nichts ist indessen darin fest-gesetzt, was er nicht vorher mit seiner großen Gardeversucht und genau geprüft hakte; und um die Uebun-gen mit desto größerer Gewißheit übereinstimmend zumachen, mußte jedes Regiment einige Officiere, Untcr-vfficiere und Gemeine nach Potsdam schicken, wo ihnender Mechanismus der neuern Einrichtungen und An-ordnungen von dem Könige selbst gezeigt wurde. Zu-gleich war in diesem Reglement die Starke und Zusam-mensetzung der Regimenter bestimmt.
Was die Bewaffnung des Heeres betrifft, so er-hielt solches unter der Regierung Friedrich Wilhelms,zur Beförderung. der Geschwindigkeit im Laden undFeuern, zuerst die eisernen Ladestöcke, deren Erfindungdem Fürsten von Anhalt zugeschrieben wird.' Fernerwurden ums Jabr 17ZZ zuerst die Bajonette eingeführt;jedoch bediente sich -deren anfänglich, bei dem Chargi-ren und Feuern, nur das erste Glied; und aus denBerichten der Schlacht bei Mollwitz erhellt, daß auchdamals noch, wenigstens das dritte Glied, sie ge-wöhnlich nicht auf dem Laufe gehabt. Um das Heergehörig und mit zweckmäßig verfertigten Waffen zuversehen, wurden die bekannten Gewehrfabriken zuSvandau und Potsdam , in den Jahren 1722 bis172z, angelegt.