Band 
Erster Band.
Seite
27
JPEG-Download
 

Kenntniß der Baumaterialien; von den Steinen. 27

Viert« Klasse. — Von den kieselartigen Steinen.

Unter diese Gattung gehören alle diejenigen Steinarten, welche,mit dem Stahle gestrichen, Feuer geben; die vorzüglichsten Saurenbringen kein Aufbrausen an ihnen hervor: einige widerstehen demheftigsten Feuer, wie z. B. die reinen Sandsteine, die Feuersteineund die sogenannten Mühlsteine, andere verglasen sich bei starkemFeuer, wie die Granite, Porphyre und die Laven.

Von den Sandsteinen').

Diese Steinart scheint von mehr oder weniger groben gleichartigenTheilchen gebildet, diese Theilchen sind Körner von Quartzsand vonunterschiedlichen Figuren, die vermittelst eines besondern Bindestoff'smit einander vereinigt sind. Der Sandstein vertheilt oder verarbeitetsich leicht in große Würfel, die sowohl zum Straßenpflaster, als auchzu Blöcken von jeder andern Form für verschiedene Zwecke dienen: esist dazu hinreichend, die Theile der Sandsteinmasse in schwachenSchlagen nach einer bestimmten Richtung anzuschlagen, wozu mansich der Spihhämmer oder der Zweispitze bedient. Die Sandsteineliegen im Bruche als Massen oder unförmliche Felsen, manchmalbankweise oder in Schichten von verschiedener Dicke. Man bemerkt inden Sandstcinbrüchen, daß die Felsen weniger hart sind, je nach demVerhältniß der Tiefe, in der sie sich befinden, und je härter derSandstein ist, desto leichter ist er in Stücke von einer bestimmtenFigur zu vertheilen. So fern diese Steinart kein Lager (kein blättc-

t) Sandsteine überhaupt bestehen entweder aus einerlei, oder aus verschie-denen, oft kaum mit dem bloßen Auge zu unterscheidende» Trümmern anderer,vorzüglich kieselartiger, Gebirgsmaffen, welche durch ein Diudungsmittel, daszuweilen kiesel- zuweilen thonartig ist, zu einer Steinmaffe zusammen gekittetsind. Die Größe der Körner, woraus die Sandsteinarten bestehen, ist sehrverschieden, gemeiniglich sind sie an den Ecken abgerundet, oft aber auchscharfkantig. Die Masse des Dindungsmittels macht nie den vorwaltendenGemengtheil aus. Man hat weiße, graue, braune, Pfirsichfarbige, rothe,schwarze, auch gefleckte und farbig geäderte Sandsteine. — Keine Steingattungbricht im Allgemeine» in so großen geschichtete» Blöcke» als der Sandstein,und zwar in Flöhgebirgen, und dieses macht ihn für die Baukunst vorzüglichzweckmäßig. Man theilt die Sandsteine in rothe und bunte Kieselsandsteine,in Thonsandsteine, in talkartige »nd in schiefrige Sandsteine.

§. Accnm's I. Bd., S. 232 . (Anmerk. d. Uebersetz.)