42 Kenntniß der Baumaterialien; 1. Abthcil. 1. Kap.
Unter allen bekannten Völkern scheinen die Acgypter zuerst Ge-brauch von dem Granit gemacht zu haben, um Tempel und Denkmaledavon zu erbauen, welche durch ihre dauerhafte Constru ktion und durchdie Härte des Materials seit Jahrtausenden jeder Veränderung derLuft und den Verheerungen der verschiedenen Völker, welche nacheinander Acgypten erobert, getrotzt haben.
Die ältesten Granitbrüche befinden sich von Syenna bis zu denWasserfällen des Nils an dem Abhänge der Gebirge; man sieht daselbstjetzt noch rauh behauene Bruchstein-Blöcke von sehr großer Länge,die für Obelisken und Säulen bestimmt gewesen zu seyn scheinen.Diese Felsart, welche keine Lager bildet, kommt in Massen von sehrgroßer Ausdehnung vor, aus denen man Stücke von beträchtlicherGröße brechen kann. Man sieht an diesen rauhen Steinblöcken, wiedie alten Acgypter es angriffen, um aus dergleichen Fclscnmaffen sogroße Werkstücke heraus zu brechen, daß sie Obelisken, Säulen undselbst Gebäude aus Einem Stück daraus fertigen konnten.
Sie fingen an, das Vorder- und das Obertheil oder Haupt undLager des Steins, den sie nöthig hatten, an der Felsenmasse zubehauen; hernach machten sie mit dünnen Werkzeugen Ritzen oderSchrote von ungefähr 1 Decimctcr oder 3 Zoll Breite, und in den-selben tiefere Löcher, welche ungefähr t Meter von einander entferntwaren, und welche zum Einsetzen von eisernen Keilen, oder nacheinigen Schriftstellern aus trockncm Holz, dienen sollten, welch letzteresie benetzten, um sie zum Aufquellen zu bringen, was das Spätrendes Steines bewirkte. Es ist bemerkenswerth, daß dieses mit gerin-gem Unterschied noch heut zu Tage dasselbe Verfahren ist, wie manin denen Steinbrüchen Werkstücke bricht, deren Massen keine Lagerhaben, d. h. die nicht dank- oder schichtenweise vorkommen.
gende Felsen, und zerrissene mannigfaltig geformte schroffe Klippen. Znweilenbildet er sanlenförmige Absonderungen, die in ungeheure große vielseitigeBlöcke gespalten sind. — Der Syenit unterscheidet sich von dem Granit dadurch,daß er außer Quarz, Glimmer und Feldspath , noch Hornblende enthält. DieGemengtheile bilden außer dem ein weniger grobkörniges Gefnge, als beidem Granite. Der Feldspath ist gemeiniglich der vorwaltende und die Horn-blende der charakteristische Gemengtheil. Amnerk. d. Uebers.