142 Kenntniß der Baumaterialien; 1. Abtheil. 2. Kap.
Wenn wir die Tctradoron und Pentadoron nach demselben Fußschätzen, dessen sich Vitruv für den Didoron (Lydion) bediente, sofindet man, daß der Tctradoron nach allen Richtungen 2 römische Fuß(596 Millim.) oder 22 Pariser Zoll, und der Pentadoron 2'/, römi-sche Fuß (745 Millimeter) oder 27'/, Pariser Zoll nach jeder Rich-tung betrug.
Die Dicke der halben Tctradoron wäre folglich 11 Pariser Zoll(298 Millimeter) und die der halben Pentadoron 13'/, Pariser Zoll(372 Millimeter) gewesen.
Die geringste Dicke, welche die Griechen ihren Mauern gaben,war die eines Lehmsteins, den gemeinschaftlichen Mauern gaben sieanderthalb und den dicksten zwei Steine zur Mauerbreite.
Figur 1 der 3. Kupsertafel stellt eine Mauer und zwei daranstoßende Ecken aus Lehmstcinen dar, deren Verzahnungen die Art desVersehens an Ort und Stelle von ganzen Steinen und halbenSteinen v, anzeigt: das eine Eckstück ist anderthalb und das anderezwei Steine dick.
6, stellt einen ganzen Stein von 4 Palmen (Querhandbreitcn)in jeder Richtung vor, den man Tctradoron nennt.
v, ist der halbe Stein, den Vitruv Didoron (Lydion) nennt,von dem die Römer Gebrauch machten, welcher 1 römischen Fuß insGevierte und '/- Fuß Dicke haben mußte, was 298 Millimeter oderoder 11 Zoll und 149 Millimeter oder 5'/- Zoll Pariser Maß gleichkommt.
6, ist ein ganzer Stein von fünf Palmen in jeder Richtung, denman Pentadoron nennt.
le, ein halber Pentadoron, der fünf Palmen ins Gevierte und2'/- Palmen Dicke hatte.
Da man in den Ruinen der alten Gebäude von Athen und Romkeine Lehmstcine findet, so sind die Ausleger Vitruvs über ihre For-men verschiedener Ansichten gewesen. Die einen, z. B. Barbars undRusconi meinten, sie seyen von kubischer, und andere, sie seyen vonhalbflacher Form, d. h. von größerer Breite als Dicke gewesen, wiedie gebrannten Steine; giebt man aber auf die Art Acht, wie sichVitruv ausdrückt, wenn er von den Steinen spricht, welche die Grie-chen Pentadoron nannten, so wird man zugeben, daß sie kubisch seynmußten; denn er bemerkt zur Erläuterung ihres Namens folgendes:»>uoä est guoljuoversus yllingue xslmorum, d. h., weil sie fünf