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Erster Band.
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Kenntniß der Baumaterialien; von den Backsteinen. 157

berühmten Stadt hinterlassen haben, beweisen, daß ihr Gebrauch sichvom höchsten Alterthum hcrschreibt. Die Glasur, mit der einige dieserSteine überzogen sind, und ihre lebhaften Farben lassen auf einenGrad von Vollkommenheit schließen, welche diese Erfindung noch ummehrere Jahrhunderte vor die Gründung dieser Stadt stellt. Hr. vonTersan besaß in seinem Museum von Alterthümern einen von jenenglasirtcn Baksteincn, die der Abt Bcauchamp von den Ruinen vonBabylon mitbrachte; er gst bandenwcis gelb und blau wellenförmigkolorirt. Diese Backsteine scheinen zur Bekleidung von innern Mauerneines großen Gebäudes gedient zu haben, das, wie die Einwohnerglauben, die Uebcrrcste des Pallastcs von Nebucadnezar (Naboco-lassar) seyen.

Hcrodot sagt (t. Buch Kap. 179) bei Anführung der Umfassungs-mauer von Babylon: »daß, wenn sie die Gräben machten, verfertigten»sie aus der Erde, welche aus denselben weggeführt wurde, Ziegel-steine, und wenn sie eine gewisse Anzahl davon gestrichen hatten,»brannten sie dieselben in Oefcn.«

Die Kaymauern, welche die Ufern des Theils vom Euphrat ein-schlössen, welcher die Stadt durchlief, waren von gebrannten Steinen.

In der Beschreibung, welche Diodor von Sizilien über die unge-heuern Arbeiten giebt, die Semiramis zu Babylon hatte erbauenlassen, führt er eine zirkelförmige Umfassungsmauer von 40 Stadien imUmkreis an, die von gebrannten Steinen war, welche mit Basreliefsgeziert waren und Thiere von allen Gattungen mit ihren natürlichenFarben vorstellten; diese Steine waren vermuthlich auch glasirt, wieder im Museum des Hrn. von Tersan.

Der Zeitpunkt ist schwer zu bestimmen, in dem die Griechenund Römer angefangen haben, gebrannte Steine zu gebrauchen. Ob-gleich Vitruv davon spricht, so scheint es doch, daß man zu seinerZeit sich ihrer wenig bediente und daß man Dachziegelstücke vorzog;denn man muß wissen, daß die römischen Ziegeln von zwei verschiede-nen Formen sind, die einen, welche man unmittelbar auf das Dack-

Kalk und 2 Theile« f,hr scharfen Quarzsand. Je schärfer und kiesiger der Sand ist, desto besser ist erzu diesem Behuf. - Ein Theil selchen Kalkmöctels wtrd mit Z Theilen Lehm, der zuvor mit Wasserzu einer teigartigei Masse angeweicht ist, innigst vermengt, und dann unmittelbar zu Ziegelngestrichen, weil dii Masse ziemlich schnell erhärtet und dann zum Formen der Ziegelsteine untauglichwird. — Diese Stcne können nach Sachs Angaben zwar mit gewöhnlichem Lehm vermauert werden,dauerhafter aber wird es immer seyn, wenn man zum Mörtel dieselbe Masse nimmt, woraus derStein selbst gebildet ist. Anmerk. d. Uebers.