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Erster Band.
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156
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156 Kenntniß der Baumaterialien; 1. Abtheil. 2. Kap.

Dritter Artikel. — Von den Mauerziegeln oder Backsteinen.

Die Backsteine, welche man in den Ruinen von Babylon findet,und die Beschreibungen, welche die ältesten Schriftsteller von dieser

nehmen genöthigt war, schien mir ein wenig trocken und von mittelmäßigerQualität. Nachdem ich sie wie gewöhnlich zerdrücken und dnrch ein Weiden-geflecht hatte laufen lassen, ließ ich sie, um diesem Uebelssand zn begegnen,mit Kalkwasser statt mit reinem Wasser befeuchten: dieses einfache Mittel er-zeugte ein PisL, das mehr Festigkeit und Dauer hatte, als das von der beste»Erde . Seine Außenseiten waren so hart und glatt, daß man bei mehrerenanderen kleine» Gebäuden, die nach diesem Verfahren erbaut waren, den An-wurf entbehren konnte; man begnügte sich die Außenseiten mit Kalk zu tünchen.Die Mauern am großen Hauptgebäude wurden aber mit einem Mörtelanwnrfvon Kalk und Sand überzogen, weil dasselbe zn den Gemächern des Schlossesgehörte, und wenn man es nun sah, so hätte man nie gedacht, daß es eineKonstruktion von Erde sey» könnte.

Es ist augenscheinlich, daß man auf diese Art Lehmsteine nach dem Bei-spiele der Alten machen könnte, welche fester und dauerhafter wären. Mäükönnte solche Steine für innere Mauern oder Scheidewände brauchen, „nd siemüßten von einer Form und Größe seyn, welche ihren Transport und Verar-beitung erleichterten. Anstatt von kubischer Form zn seyn, wie man vermuthet,daß die der alten Griechen waren, würde man sie halbflach mache». Dieganzen Steine wären viereckig und könnten 10'/.—tl Zoll lang und breitund 5'/, —S'/r Zoll dick seyn. Die halben Steine wären eben so lang, abernur 5'/, Zoll breit und eben so dick, damit sie mit den ganzen Steinen in der-selben Schichtenreihe vermauert werde» und im Innern wie im Aeußern Ver-band bilde» könnten, wenn die Mauerdicke mehr als eine Reihe von Steinenerfordern würde.

Die ganzen Steine auf die flache Seite gelegt und i» einer Reihe verar-beitet, würden kleine Mauern von 10'/-—11 Zoll (28 — 30 Centim.) Dickebilden: halbe oder ganze Steine auf die hohe Kante gestellt, würden zuScheidewänden dienen; ganze »nd halbe Steine vereinigt könnten Mauern vonanderthalb bis zwei Steinen Dicke bilden, wenn mau ihnen eine» solchen Ver-band gäbe, wie wir bei Gelegenheit der Lehmsteine der Alten gesagt haben.

Man könnte sie in hölzernen Formen, die sich aus einander legen ließen,streichelt, wie Fig. 2 auf der 3. Kupfertafel anzeigt, oder auf jede andereArt, welche ihre Handarbeit schneller und weniger kostspielig machte. Fig. 3giebt an, wie man diese Steine mit gehörigen Zwischenräumen zum Trocknenaufsetzen müßte"). Anmerk. d. Verf.

") einige Baumeister Deutschlands haben dieser Verfahren befolgt und bereiten nur einem««menge von Lehm und Kalkmörtel ein- Art Pis --Mörtelsteint. Dach« in dem früher angeführtenWerke giebt namentlich «ine solche Mischung an: man verschaffe sich Kalkmörtel von 1 Theil gelöschten