Band 
Erster Band.
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171
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Kenntniß der Baumaterialien; von dem Kalk. 17 l

Der Kalk, den man zu Paris verbraucht, ist von geringer Güte;der beste kommt von Scnlis und von Champigny : der von Chanville,Mcudon und Marly ist fett und schmierig und der von Mclun undCorbcil wird am wenigsten gesucht.

Zu Fontaincbleau, im Departement der Seine und Marne , ver-wendet man einen Kalk, der von dem Ort Champagne bezogen wird,welcher für einen der vorzüglicheren gehalten wird.

Im Departement der Eure und Loire brennt man aus demMärgel von Scnonchcs einen Kalk, der selbst in der Grube schnellerhärtet, wenn er einige Zeit darin bleibt. Der daraus bereiteteMörtel eignet sich sehr gut für den Wasserbau.

In der Gegend von Gap, im Departement der obern Alpen,giebt es bei dem Ort Cretage, eine Kalksteinart, welche viel eisenhal-tigen Braunstein enthält, aus dem man grauen Kalk von vorzüglicherDualität brennt, der sich besser als der weiße Kalk mit Sandverbindet.

Im Allgemeinen hat die Erfahrung gelehrt, daß die grauen Kalk-arten sich bei weitem mehr zum Verband von Mauerstein-Konstruktio-nen eignen, als die andern. Der von der Gegend von Metz , vondem wir sprachen, ist grau. Bei Revers findet man ebenfalls solchen,der von vorzüglicher Qualität ist.

In Frankreich findet man den besten Kalk in folgenden Orten:Metz, Revers, Nimes, Montpellier, Cahors, Bordeaux, Lyon , Sen-lis, Perpignan, Pau, Tarbes rc.; in Holland zu Tournay, Namur und Lüttich; in Deutschland zu Aachen, Mainz u. a. O. Man hatbemerkt, daß in Frankreich der beste Stein, den man vorzugsweiseKalkstein heißt, von grauer Farbe ist und schwer ins Gewicht fällt.

Um mehr Orte aufzählen zu können, müßte ich noch mehrereKalkarten untersucht haben, in Ermangelung derselben beschränke ichmich auf diese Anzeigen. Man kann den ausführenden Baumeistern,welche Gelegenheit haben, bedeutende Bauten ausführen zu lassen,auf deren Dauerhaftigkeit die Qualität des Kalks besonders einwirkenkönnte, nicht genug empfehlen, zahlreiche Versuche anzustellen, weildas Verfahren der Arbeiter, welches man vor allem.'genaubeobachten muß, nicht immer pünktlich genug ist, um sich ganzauf ihre Aussage verlassen zu können, und gründlichere Kenntnissedie Irrthümer wieder gut machen können, in die sie allenfallsgefallen sind.