Band 
Erster Band.
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175
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Kenntniß der Baumaterialien; von dem Kalk. 175

daß man nicht nöthig habe, ihn wie den gewöhnlichen Kalk um-zurühren ;

3. daß dieser Kalk einen viel beißenderen Geschmack habe, alsder gemeine Kalk;

4. daß er bei weitem besser, geschmeidiger und stärker sey, alsder andere. Man habe den Versuch gemacht, zur Bereitung einesMörtels nur halb so viel Kalk zu nehmen, als von dem gewöhnlichen,und er seye noch vortrefflich geworden;

5. daß dieser Kalk an der Luft nur nach sehr langer Zeit zerfalle,d. h. erst nach Vcrfluß von 4 —5 Wochen, während der (gewöhnliche)lebendige Kalk oft nur einen Tag brauche, um in Pulver zu zerfallen;

6. daß, anstatt wie der gewöhnliche Kalk in Mehl oder trocknenStaub zu zerfallen, er seinen Rauminhalt (Volumen) beibehalte; undwenn man ihn zerstoße, so scheine die ganze Masse plastisch und voneiner fetten und geschmeidigen Feuchtigkeit durchdrungen, die nurvon der fünf Wochen lang cingesogenen Feuchtigkeit der Luft her-kommt» könnt.

Von der Natur des Kalks und von seinen Eigenschaftenin Bezug auf das Bauwesen.

VitrUv ist der erste der bekannten Schriftsteller, der gesucht hat,die Ursachen der Härte zu erklären, welche aus der Mischung desKalks mit dem Sande entsteht, und von der Eigenschaft des darauserzeugten Mörtels, Steine bei jedem Mauerwcrk innig damit zu ver-binden. Hier folgt das, was man über diesen Gegenstand im 5. Ka-pitel des zweiten Buches findet. Wir setzen die wörtliche Uebersetzungneben den Text Vitruv's , aus Furcht, unsere Auslegung möchte dessenSinn entstellen, und um den Leser mehr in Stand zu setzen, die Mei-nung dieses gelehrten Architekten mit der von neuern Physikern undChemikern zu vergleichen.

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Von den Kiesel- und andern Stei-nen , welche den besten Kalkgeben.

Nachdem man das, w<as dieverschiedenen Sandarten betrifft,erklärt hat, bleibt uns noch übrig,unsere Aufmerksamkeit auf den