2lO Kenntniß der Baumaterialien; 1. Adtbeil. Z. Kap.
Der Traßmöttel wird in freier Luft in 12 Stunden vollkommenbart; er bekommt aber dann gemeiniglich Risse und Sprünge. UnterWasser erfolgt die Erhärtung zwar langsamer, erst nach 3 — 4 Tagen,allein sie geschieht auch dann viel gleichförmiger und ohne Begleitungvon Rissen und Spalten. Die Holländer sehen daher wo möglich diemit Traßmörtel aufgeführten Mauern gleich nach ihrer Vollendungunter Wasser.
Ueber die Anwendung der Puzzolane.
Es ist eben so unmöglich, die Mischungsverhältnisse des Kalks,Sandes und der Puzzolane, welche Wassermörtel geben sollen, imAllgemeinen zu bestimmen, als es auf Irrthum beruhen würde, wennman die Zusammensetzung gewöhnlicher Maucrmörtel vorschreibenwollte. Wir geben jedoch, aber nur als Localbeispiel, einige in Ita-lien und in Toulon übliche Mischungen, die nur wenig von der,schon von Vitruv gegebenen, Vorschrift abweichen. In Italien bereitetman Wassermörtel auf folgende Art: man nimmt 1 Theil L/ssf, jxsMdiesen mit der erforderlichen Menge Wasser und vermengt ihn mit2 Theilen Sand zur Mörtelmasse. Mit 1 Theil des erhaltenenMörtels vermengt man 1 Theil fein gemahlene Puzzolane. DiesesGemenge breitet man in der Mörtelpfanne aus, macht in der Mitteeine Höhlung und schüttet in diese 1 Theil Kalk, den man zuvor mit- Wasser in den Zustand des Hydrates versetzt hat. Sowie der Kalkansängt, sich zu löschen, mischt man ihn mit dem Sande und Mörtel ,setzt von Zeit zu Zeit Wasser in kleinen Antheilen hinzu, und arbeitetdas Ganze durch einander zu einer völlig gleichartigen steifen Masse,und diese schlägt man mit schweren Stampfern, bis sie so weich wieButter wird, und sich an die Stampfer anhängt.
Zu Toulon verfertigte man zu den Dämmen des neuen Hafen-baues den Wassermörtel aus folgende Weise:
0,21 Theile Kalk;
0,28 - Puzzolane;
0,07 - Hammerschlag;
0,14 - Sand;
0,30 Stcingrus.
1 , 00 .
Unmittelbare Versuche haben gezeigt, daß alle Arten kieselerde-haltiger Thoneisensteine die Stelle der Puzzolane vertreten können.