Band 
Erster Band.
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Kenntniß d. Baum.; v. d. Puzzolane u. d. Traß^ l>09

mehr sichtbar sind. Damit die Arbeiter nicht etwa Wasser zugießen,um sich die Arbeit zu erleichtern, müssen sie besonders unter Aufsichtgenommen werden.

Der fertige Ccmentmörtel muß noch am Tage seiner Anfertigungverbraucht werden, oder er muß wenigstens in einem bedeckten Kastenaufbewahrt und am folgenden Tage mit einer Beimischung von Kalkund Traß wieder geschlagen werden, ehe er verbraucht wird. Jededamir zu vermauernde oder auszugießende Fläche und Fuge und auchdie zu vermauernde Steine müssen so stark angenäßt werden, daß siekein Wasser mehr auS dem Cement-Mörtel ausziehen können.

Die Kennzeichen eines guten und tüchtig durchgearbeiteten Traß-mörtels sind: daß er sich so zähe und fett wie Butter anfühlt,und ein davon in Wasser gelegter Klumpen in 24 Stunden steinharr wird.

In Holland geschieht die Bereitung des Traßmörtcls auf folgendeWeise: nachdem Traßstaub und gelöschter Kalk in dem gehörigen Ver-hältnisse vermengt sind, muß ein Arbeiter diese Stoffe in einer Mör-kelpfanne mit der Kalkhacke oder einer Schaufel tüchtig durcheinanderarbeiten, hierbei so wenig als möglich Wasser zugießen, und die Mör-telmasse endlich in einen Haufen schlagen. Von diesem Haufen nimmter hernach einen Theil und arbeitet ihn wieder besonders sorgfältigdurch, indem er die Schaufel immer darüber hin zu sich zieht, undden Mörtel zwischen dem hölzernen Fußboden der Pfanne und derSchaufelfläche zerquetscht, bis die Masse durchaus gleichförmig ist,und keine Traßkörncr mehr darin zu fühlen sind. Auf diese Art ar-beitet er die Mörtelmasse den ersten Tag 2 — 3 Mal durch, undschlägt die also durchgequetschtc Masse jedes Mal in einen besondernHaufen.

Am folgenden Tage nimmt er den durchgearbeiteten Haufen wie-der vor, und verfährt damit wie Tags vorher, allein ohne Wasserhinzu zu gießen, und dann läßt er die Masse in einen Haufengeschlagen wieder eine Nacht ruhen. Ist es nöthig, so nimmt er ihnam dritten Tage nochmals unter die Schaufel, und arbeitet ihn solange durch, bis er auch nicht das kleinste Körnchen mehr darin be-merk!, wenn er etwas davon zwischen den Fingern zusammen drückt.Nach dieser letzten Durcharbeitung wird der Mörtel so schnell wiemöglich verbraucht.

Rondelet'SKunst zu bauen. I.Th.

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