skcniikmß der Bauniateriallen; von dein Mörtel. '223
bei Erwähnung des lebendigen Kalks nach der Uebcrsetzung laFave's sagt:
„Wenn der lebendige Kalk ins Wasser getaucht wird, ehe dieses„innere Feuer sich verflüchtigt, so erstarrt er, und da diese Wasser-„ theile in seine Poren eindringen, so wird er erhitzt, und läßt hernach„beim Erkalten das Feuer fahren, daS er enthielt
De la Faye meint, daß St. Augustin durch die Worte por-tuntlero cslcem und porku^io eslei« dasselbe Verfahren anzeige, dasVitruv durch intinetun ,'» sg»» ausdrücke; er gründet daher seinVerfahren, Mauer-Mörtel zu bereiten, hauptsächlich auf diese beidenAusdrücke, und giebt darüber in seiner Schrift S. 34 folgende Er-läuterung:
„Man verschaffe sich frisch gebrannten Kalk von harten Steinen,„den man während des Transports auf den Bauplatz zudecken läßt,„damit weder die Feuchtigkeit der Luft noch der Regen auf ihn cin-„dringen können.
„Man lasse diesen Kalk auf einem abgekehrten Boden in einem„trockenen und bedeckten Raum abladen, wo man zugleich trockene„Fässer und einen großen Zuber stellen kann, der bis auf Dreiviertel„mit Fluß- oder einem andern Wasser angefüllt ist, das weder hart,„noch mineralisch ist.
„Zwei Arbeiter sind zu diesem Geschäft hinreichend: der eine zer-„ klopft die gebrannten Kalksteine mit einem Maucrhammer bis zu der„beiläufigen Größe eines Eyes; der andere faßt diesen zerstoßenen„Kalk mit einer Schaufel in einen flachen und weit geflochtenen..Korb, wie die Maurer gewöhnlich zum Durchsieben des Gypses„haben, und füllt ihn nur bis an den Rand. Er versinkt diesen„Korb ins Wasser und erhält ihn darin, bis die ganze Oberfläche„des Wassers zu sprudeln anfängt; alSdann zieht er den Korb heraus,„ läßt ihn einen Augenblick abtropfen und schüttet diesen eingetauchten„Kalk in ein Faß. Er widerholt dieses Geschäft so lange, bis aller„Kalk eingetaucht gewesen und in die Fässer geschüttet ist, die er bis„auf 2—3 Finger vom Rande weg anfüllt; dieser Kalk wird sich„dann bedeutend erhitzen und den größten Theil des Wassers, womit