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Erster Band.
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226 Kenntniß der Baumaterialien; 1. Abcheil. 3. Kap.

Untersucht man die von Loriot und la Faye vorgeschlagenenDcrfahrungsarlm aufmerksam, so findet man, daß sie sich auf fol.gendes beschränken:

1. Den lebendigen Kalk so viel als möglich zu zertheilen, um eSdadurch so weit zu bringen, daß er leichter, gleichmäßiger und miteiner geringeren Menge Wasser's auszulösen sey.

2. Den Kalkstaub mit gewöhnlichem, aus Kalkbrei ein wenigdünn angerührtem, oder bloß mit genäßtem Sand oder Cement bc.leiteten, Mörtel zu mischen, um die Art von Gahrung zu benutzen,welche die Auflösung des Kalkes hervorbringt, und eine vollkommenereBereinigung und stärkeren Zusammenhang des Sandes mit dem Kalkzu befördern.

Bei der Bereitung des Mörtels kommen, vorncmlich in Paris ,zwei sehr nachtheilige Fehler vor, wo es sich zeigt 1) daß der Kalknie gar gebrannt ist, weil diejenigen, die ihn verkaufen, genöthigtsind, ihn eine Zeit lang zu behalten, um des Verkaufes gewiß zuseyn, und er verwittern würde, wenn er den gehörigen Glüh PststBrand erhalten hätte, um alsbald verarbeitet zu werden; 2) ist mangewohnt, den Kalk mit einer zu großen Menge Wassers abzulöschen,d. h. ihn zu ersäufen,, unter dem Verwand, daß er vom Löschtasten(Kalkpfanne) gut in die Kalkgrube ablaufe: dieses Verfahren zieltaber wirklich nur dahin, seine Güte zu vermindern und sein Ausgehenoder Gedeihen zu vergrößern. Anstatt die zur Mengung des Mörtel-gehörigen Substanzen mit eisernen, zu diesem Gebrauch geeigneten,Werkzeugen zu zerreiben, wie die sind, die man in Italien und anallen Orten hat, wo das Verfahren der alten Römer sich erhalten zuhaben scheint, rührt man sie mit hölzernen Krücken durch einander,und dieses Verfahren bringt ausserdem, daß eS mehr Wasser erfordert,nur eine unvollkommene Mischung zu Stande, die langsam trocknetund nur von geringer Dauer ist ').

1) Hier möchte ich jener Sorglosigkeit, die über diese» Gegenstand unteruns zu herrschen scheint, die gewissenhafte Aufmerksamkeit gegenüber stellen,welche die Römer auf die geringste» Gegenstände ihrer Konstruktionen ver-wendeten. Die bei öffentlichen Arbeiten angenommene» Handwerksleuke warenz. B. bei ihnen in Klassen abgetheilt, in denen sie für jede Art von Geschäfteine besondere Anweisung erhielten. Unabhängig von dieser Einrichtung bat-teu sie auch «ine thätige, von aufgeklärte» Meistern ihrer Kunst, gehandhabte