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Erster Band.
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Kenntniß der Baumaterialien; von dem Mörtel . 231

einer Gießkanne so lange an, bis man bemerkt, daß er kein Wassermehr anschluckt. Man erhält durch dieses Verfahren einen zum Was.serbauwesen oder an feuchten Orten sehr tauglichen Mörtel, besonderswenn man den Zeitpunkt wahrnimmt, wo er noch warm ist, um ihndann mit dem Sand oder Cement zu vermischen; man muß jedochvon der Güte des Kalkes versichert seyn, denn wenn er nicht gutoder ungleich gebrannt ist, so löscht er sich schlecht ab.

Schließlich will ich auf die Mischung des Kalks mit dem Sandoder andern Baustoffen, welche als Bestandtheile des Mörtels dienensollen, aufmerksam machen. Dieses Geschäft muß mit der größtenSorgfalt vollzogen werden, um die vollkommene Mischung derMengthcile zu bewirken und die gänzliche Auflösung des Kalkszu erleichtern: soll dies gelingen, so darf man sich nicht begnü-gen, Kalk und Sand durch einander zu werfen, wie man eSin Paris und an mehreren andern Orten macht, sondern man mußdie Mengthcile auf einer gestampften und eben gerichteten Fläche zer»reiben. Das Beste wäre, wenn diese Fläche von Platten aus hartenSteinen bestünde, und man zu diesem Geschäfte sich eiserner Mörtel-oder Speißhaucn bediente, die in Italien und in allen den Länderngebräuchlich sind, wo das Verfahren der alten Römer sich fortgepflanztzu haben scheint. Dieses Werkzeug, das auf der 6. Kupfertafel durchdie Figuren i>I und l vorgestellt ist, eignet sich viel mehr zu diesemGeschäft, als die in Paris angewandte sogenannte Krücke vonHolz; bei dem Gebrauch des erstem hat man weniger Wasser nöthig,weil man die Mischung zerdrücken und umkehren kannn, wie mitder gewöhnlichen Kelle ').

Bei solchen Arbeiten, wo man viel Mörtel verbraucht, wie beiKanälen und andern Wasserbauten könnte die Handarbeit Vortheilhastdurch den Gebrauch von Maschinen ersetzt werden.

Beweis dieser Behauptung die bei dem Bau der Brücke von Po» - sur - P onn evon ihm gemachte Erfahrung an.

Die Pflasterer mische» auch manchmal zu dem gewöhnlichen Cement einViertel Laugeu-Cement, was eine noch schnellere Erhärtung bewirkt, und ihnvon vorzüglicher Qualität macht. Im 10. Buche ist von diesem letzteni die Rede.

1) Mehrere von den, im r. Kapitel der 2. Abtheilung dieses Buches,ausgezeichnete» Erfahrungen find an Mustern von Mörtel angestellt worden,der auf diese Art mit Kalk, nach dem letzten Verfahren abgelöscht, bereitet wurde.

Anmerkungen d. Vers.