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Erster Band.
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230 Kenntniß der Baumaterialien; l. Ablheü. 3. Kap.

löschen ist, und thut alle Steine, die sich nicht auslösen ließen (denKalkgrus), auf die Seite').

Das zweite Verfahren besteht darin, daß man die Stücke deslebendigen Kalks mit einer Walze von hartem Stein oder Gußeisenzerdrückt, ehe man sie in die Pfanne wirst. Alles, was dem Druckdieser Walze widersteht, muß weggeworfen werden, weil es nicht gargebrannt worden ist.

Diese zweite Art, weniger beschwerlich als die erste, erfordert einenebenen Boden von harten Steinen, der auch zum Umrühren deSMörtels dienen würde. Auf der 6. Kupferplattc sieht man dieseWalze abgebildet und mit dem Buchstaben X bezeichnet, den Bodenaus harten Steinen mit X, die Kalkpfanne mit 0 und den HaufenKalk mit II. Die Buchstaben I und DI zeigen die abgebildeten eiser-nen Kalk- oder Mörtclhacken an, deren Gebrauch weiter unten erklärtwerden wird.

Man muß die Vorsicht haben, den Kalk in der Pfanne, sowieer aufgeht, hcrumzurührcn, um das Zerfließen zu erleichtern und einenBrei von gleichförmiger Dicke zu erhalten. Durch dieses Verfahrenbegegnet man den Nachtheilen, die bei der gewöhnlichen Löschungsarlin Bezug auf die Kalksteine entstehen, welche immer ungleich gebranntsind, so daß die Einen schon zerflossen, während die Andern kaum erhitztsind, und sich in dem Brei der crstern eingehüllt befinden, was ihrZerfließen noch mehr erschwert, und eine mehr als überflüssige MengeWassers erfordert.

Auch kann man in gewissen Fällen von dem durch Philibert De>lorme angegebenen Verfahren Gebrauch machen, das darin besteht,daß man den lebendigen Kalk mit dem damit zu verarbeitenden Sandoder Cement bedeckt'). Man näßt diesen Sand oder Cement mit

1) In mehreren Stätten des Königreichs Neapel , sowie in letzterer Stadthabe ich gesehen, daß man beim Ablöschen des Kalks auf dieselbe Art verfährt.

Anmcrk. d. Vers.

2) Dietes Verfahren ist beinahe dasselbe, das die Pflasterer (in Paris )täglich befolgen: es bietet für diesen Fall den Vortheil einer schnellen Erhär-tung dar. Man findet in den kritischen Aufsätzen über Baukunst von Fremin,die 1702 zu Paris herausgegeben wurden, daß Sandstein mit Cement vermauert die dauerhafteste Konstruktion gebe: er führt zum