Fugen sollten eigentlich nur '/«—'/» Zoll stark seyn; indessen ist eöbei der gewöhnlich unregelmäßigen Form der Mauerziegel leider nichtzu verhindern, daß sie beträchtlich stärker ausfallen; sie sind gemei-niglich einen halben und oft '/. Zoll dick.
Wenn gleich gelöschter Kalk und Sand die Hauptbestandtheiledes gewöhnlichen Maucrmörtels sind, so kommen doch bei der Berei-tung desselben manche Umstände in nähere Betrachtung, von denendie Güte des Mörtels abhängt. Obgleich der Mörtel zu den wichtig-sten Materialien eines Gebäudes gehört, so ist im ganzen Bauwesendennoch keine Arbeit mehr der Willkühr der unerfahrensten Arbeiterüberlassen, als die Anfertigung dieses Baustoffes.
In Betreff der Menge des Sandes, welche man dem Mörtelzusetzt, ist zu bemerken, daß man dem gelöschten Kalke nicht mehrSand zusetzen darf, als der Kalk zu binden vermögend ist; so daßnach der gehörigen Beimengung des Sandes mit dem Kalke die Sand-körner noch eben so nahe an einander liegen, als vor der Vermischung.Nur unter dieser Bedingung kann die Mörtelmasse erhärten, ohneRisse zu bekommen, und muß folglich eine beträchtlich größere Festig-keit besitzen, als sie ohne den Sandzusatz haben würde. Jedes Sand-korn muß mit Kalk umhüllet seyn. Fehlt man in der einen oderanderen Rücksicht, so wird der Mörtel weniger tauglich.
Das Verhältniß des Sandzusatzes hängt hauptsächlich von derBeschaffenheit des Kalkes ab. Verschiedene Kalkarten erfordern eineverschiedene Menge Sand als Zuschlag. Alle die sogenannten fettenKalkarten, deren Gedeihungsfähigkeit beträchtlicher, als dieder mageren Kalkarten ist, erfordern vcrhältnißmäßig die größte MengeSand. Märgel- und Muschelschalen-Kalk erfordern eine weit gerin-gere Menge Sand, als Kalk, der aus Kreide gebrannt ist, und letz-terer erfordert mehr Sand, als gemeiner Steinkalk.
In der Regel ist der Sandzusatz zum Mörtel zu klein, und die-ses rührt wahrscheinlich daher, weil der Arbeiter mit mehr Bequem-lichkeit die Bereitung des Mörtels, der einen Ucbcrschuß von Kalkenthält, bewirken kann, als wenn die gehörige Menge Sand hinzugesetzt wird. Die Maurer halten den Mörtel oft für schlecht, sobaldsie vielen Sand darin entdecken; ein Ucberfluß von Kalk nützt garnickts, und ist sogar nachteilig.
Wichtig ist auch das Verhältniß von Wasser, von dem diejenigeMenge, welche der Mörtel bei dem Erhärten zu binden vermag, nur