Band 
Erster Band.
Seite
234
JPEG-Download
 

234 Kenntniß der Baumaterialien; 1. Abtheil. Z. Kap.

um so viel überschritten werden dars, als während der jum Erhärtenerforderlichen Zeit verdunstet, und von den vermauerten Steinen ein-gesogen wird. Gewöhnlich wird bei der Mö'rtelbereitung durch zugroße Freigebigkeit mit dem Wasser gefehlt; und dieses ist vorzüglichin den Fällen nachiheilig, wo der Mörtel nicht schnell austrocknenkann. Findet das Austrocknen ungehindert statt, so bringt ein Ueber-maß von Wasser keinen besonderen Nachtheil.

Der Mörtel hat Wasser genug, wenn er langsam von der Kellein einer zusammenhängenden Masse abrutscht. Bitruv sagt, derMörtel müsse mit dem Schweiß von der Stirne eingerührt, d. h.lange durchgearbeitet werden, anstatt viel Wasser zuzugießen, um nurleicht und geschwind damit fertig zu werden; er müsse durch die Kraftder Arme flüssig und plastisch werden und erfordere nur wenig odergar kein Wasser.

Hat der Mörtel bei dem Durchschneiden mit der Kalkhacke(Mörtelhaue) keine weiße Kalkthcilchen oder kalkige Streifen, ist erdurchaus von einerlei Farbe und Dichtigkeit, so gehört er Hur HutenArt in dieser Hinsicht, dagegen Klumpen oder Streifen von Kalk alsein untrügliches Merkmal eines schlecht verarbeiteten Mörtels anzu-sehen sind.

Accum'S Beschaff, der Baumat. II. Bd. S. 136 — 146