Band 
Erster Band.
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2Z8 Kenntniß der Baumaterialien; 1. Abthcil. 4. Kap.

Der Sclenit oder falsche Talk bricht in Stucken von rautenför-miger Gestalt ein, die aus sehr dünnen, mehr oder minder durchsich-tigen Blättern bestehen. Die in den Brüchen von Montmartre vor-kommenden haben die Gestalt eines Lanzeneisens.

Diese Steinart wird durch das Calciniren undurchsichtig undgiebt einen viel schöneren Gyps, als der gemeine Gypsstcin; die ihnverarbeitenden Künstler und Handwerksleute nennen ihn Talk: manverwendet ihn nur zu Stukatur-Arbeiten, Gypssiguren, architektonischenModellen und andern Arbeiten von Werth. Die Italiener bezeichnendiese Gypsart mit dem Namen «oaxliols.

Die schuppichten, gestreiften oder faserigen Gypsarten haben bei-nahe dieselben Eigenschaften, wie der blätterige durchsichtige GvpS;allein man gebraucht sie weniger, weil sie schwerer zu calciniren sindund keinen so schönen Gyps geben. Der schuppichte oder körnigeGyps ist undurchsichtig oder halbdurchsichtig, von weißer odergrauer Farbe. Er kommt auf den Alpen und Pyrenäen an den Berg-abhängen in blätterigen Massen vor, von denen einige gypshältigeKrystalle von fünfeckiger Form eingesprengt haben. Gestreifter oderfaseriger Gyps kommt in China, Spanien, Schweden, in der Schweiz ,Savoyen und in Frankreich in den Departements des NiederrhcinSund des Goldhügels häufig vor. (Alle diese angeführte Gypsartenkommen auch in den meisten Ländern Deutschlands und in Un-garn vor.)

Alabastrit oder falscher Alabaster.

Dieser Gyps ist eine Art weicher, halbdurchsichtiger Marmor,gewöhnlich weißlich und manchmal gefärbt, wie der kalkartige Alaba-ster, dessen Anschein er hat. Er läßt sich leicht bearbeiten und wieder weiche Marmor poliren, hat aber weder die Eigenschaften, nochdas Glänzende des Alabasters, der ein ächter (?) Marmor ist.Diesen falschen Alabaster findet man an mehreren Orten Deutsch-lands, der Schweiz, Italiens und Frankreichs . (Im gebranntenZustande) verwendet man ihn nur zu dem Abputz im Innern, undzu Decken, zu leichten Scheidewänden, Bakstcingewölben u. s. w.(Im ungebrannten Zustande) aber nie zur Aufführung von dickenMauern, weil er nicht so häufig und nicht so fest ist, als dergemeine GypS.