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Erster Band.
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2bO Kenntniß der Baumaterialien; 1. Abtheil. 5. Kap.

verdickt und erhärtet, und nach Verfluß des ersten Jahres eine hol-zigte Fasersubstanz enthält, die sich mit einem Knopfe endigt. AuSdiesem Knöpft, der zu Anfang des folgenden Jahres aufgeht, brichtein zweiter, dem des ersten Jahres ähnlicher, Sprößling hervor, deraber stärker ist und sich weiter ausbreitet. Er treibt einen andernKnopf, der den Sprößling des dritten Jahres enthält, und so fort,bis der Baum seine Höhe erreicht hat. Jeder dieser Knöpfe ist eineArt Keim, der den Zuwachs jeden Jahrs enthält, so daß ein Baumvon 100 Fuß durch auf einander folgende Jahrwüchse, wovon jedochder größte nicht zwei Fuß übersteigt, gebildet wird.

Da die Jahrwüchse, welche das Herz des Baumes in seinerReife bilden, immer gleich groß bleiben, so bestehen sie bei einemhundertjährigen Baume, ohne dicker noch größer geworden zu seyn,nur sind sie fester geworden. Bei einem, in der Mitte seiner ganzenLänge nach, gespaltenen Baume nimmt man gegen das Herz hinzusammen gedrängte Stellen wahr, welche den Jahrwuchs der Höhenach bezeichnen, während die Kreise am untern Ende ftlßiHkki dklDicke nach anzeigen.

Der Knopf, der am Gipfel des ersten Jahrwuchfts sich zeigt,zieht seinen Nahrungsstoff aus den Kanälen oder Fibern dieses Schöß-lings. Diese Hauptkanäle, welche zur Leitung des Saftes dienen,befinden sich zwischen der Rinde und dem jedes Jahr erzeugtenHolzzuwachs.

Der Saft bildet von sich selber zur Zeit des Triebs die Fibern,die ihm als Leitröhrchen dienen, wodurch jedes Jahr am Umfang desuntern Theils des Baumes eine Lage mehr erzeugt wird; ist er biszum Knopfe gekommen, so treibt er überdies einen oder mehrereSchößlinge, welche den Jahrwuchs der Höhe nach bilden: daher ent-hält ein Baum schon vom zweiten Jahre an, in seiner Mitte, eineHolzfaser, welche das Erzeugm'ß des ersten Jahres ist, und einenHolzansatz als Hülle dieser ersten Faser; dann ferner die Holzfaser deszweiten Jahrwuchses. Im dritten Jahre bildet sich eine neue Holz-lage, welche die des vorhergehenden Jahres umgiebt, und außerdemeine Holzfaser, welche der Zuwachs des dritten Jahres der Höhe nachist. Der gleiche Fall ist es mit den nachfolgenden Jahrwüchsen;jeder derselben bildet einen hohlen sehr verlängerten Kegel, der dieHolzlagen der vorhergehenden Jahre bedeckt, und oben einen oder mch^rere Schößlinge treibt, welche die Höhe vermehren und Zweige erzeugen.