Kenntniß d. Baumater.; Beschaffenheit d. Bauholzes. 269
und Erhöhungen der Mittelgebirge ; während im Gegentheil die Win-tereiche, der Lärchenbaum und die gemeine Fichte in höheren Stand-orten möglichst vollkommen ausgebildet werden.
Erlenholz von feuchtem Boden ist rothbraun, das von trockenemist blaßgelb. Wenn die Flattcrrüster in niedrigen Gegenden und gutemBoden, auf Wiesen und feuchten Waldplä'tzen oder an Bächen wächst,so wird ihr Laub viel größer und breiter, und die üppigen Schüssegleichen dann denen der Haselnußstaudc.
Das Klima hat einen auffallenden Einfluß auf das Gedeihenund die Beschaffenheit der Holzarten. Jede der größeren und vor-züglich nützlichen Holzarten erhält nur in einem ihr zuträglichen Klimadie beste Beschaffenheit. Die im nördlichen Europa ihre größte Voll-kommenheit erreichende Kiefer gedeihet keineswegs in eben dem Gradein südlichen Himmelsstrichen. In großen Weinlagern, in welchensich viele Stückfässcr von Eichenholz aus sehr verschiedenen entferntenLändern befinden, sieht man deutlich, daß die Fasern der Stäbe ausnördlichen Ländern grobfaseriger sind, als die aus südlichen Him-melsstrichen.
Die Holzhändler in Paris unterscheiden dreierlei Arten Eichen-holz: aus Auvcrgnc, Burgund, und aus Holland . Das letztereist aus den schwäbischen Wäldern, welches den Rhein hinabgeflößtwird. Man halt das Holländische für das schlechteste, und das ausAuvergne für das beste.
Auch die örtliche Lage hat einen wesentlichen Einfluß auf dieGüte der Holzarten. Die Erfahrung zeigt, daß die an der Nordseitewachsenden Waldbäume, zum wenigsten in nördlichen Theilen vonEuropa , im Allgemeinen schlanker gestaltet sind, und ein festeres,härteres, feineres und specifisch schwereres Holz haben, als die, welchegegen Mittag wachsen. Das Holz der letzteren ist fast immer mehrästig, grobfaseriger, weicher und weniger fest. Die an der Ost- undWestseite wachsenden Bäume halten, in Hinsicht ihrer Beschaffenheit,das Mittel zwischen den an der Nord- und Südseite wachsendenBäumen. Nicht weniger Einfluß auf die Beschaffenheit des Holzeshaben die herrschenden Winde, denen die Bäume mehr oder wenigerausgesetzt sind. Kcrnschaden, Schalrisse, doppelter Splint und andereörtliche Fehler können dadurch veranlaßt werden. Einzelne an derHöhe eines Berges stehende Bäume haben in der Regel ein knorriges,maseriges, härteres, gewundenes Holz, und keinen so geraden Wuchs,