Kenntniß der Baumaterialien; fehlerhaftes Bauholz. 273
giebt, daß er von aussen genau betrachtet spiralförmige Adern hat,die sich gleichsam wie gedreht von unten hinauf in die Höhe winden —solches Holz wirst sich beträchtlich, wenn es der Sonne ausgesetzt ist.
Kernschäligkeit dcS Holzes, d. h. wenn zwei oder mehrereHolzlagen oder Jahresringe, entweder immer auf einer Seite, oderin der ganzen Peripherie des Schafts, getrennt sind.
Ein struppiger Wuchs, wenn nemlich der Baum nur kurz,unförmlich dick und von unten hinauf in viele Aestc verwachsen unddas Holz folglich kernästig ist, welches vorzüglich bei Nadelhölzernstatt findet. Aestigcs Holz, mit vielen und großen Aesten, taugtdeswegen nicht zu Dichten, Bohlen und langen Balken, weil dieAstflccke geneigt sind, herauszuspringen und ein Loch zu hinterlassen.In kurzen Baustücken ist dieser Fehler zwar unbedeutend, aber einemBrette schaden Aeste ungefähr eben so viel, als eingebohrte und miteinem hölzernen Nagel wieder dicht verschlossene Löcher.
Wenn das Holz Kernrisse hat, welche sich im Kern oderin der Nähe desselben befinden, und von da an sich durch die äußereHolzschichte verbreiten. Diese werden erst dann auffallend sichtbar,wenn der Holzstamm bis auf einen gewissen Grad ausgetrocknet ist.
Maseriges Holz. Die Maser ist eine Abweichung und Ver-schlingung der Holzfasern, welche sich zu einer Knospe absondern.Es entsteht oft durch eine Verletzung von Insekten in der ersten Ju-gend des Baumes, auf die Einwirkung des Frostes, und aus andernUrsachen. Es hindert gewöhnlich das Wachsthum des Baumes. Dasschöne Ansehen des maserigen verarbeiteten und polirten Holzes giebteinigen Holzarten einen großen Werth, vorzüglich die starken Maser-stücke, welche auf der Stelle entstehen, wo die Wurzeln des Baumessich zu einem Stamme vereinigen. Die Maser der Nadelbäume istunbrauchbar, weil sie voller Harz ist. Ueberhaupt ist aber der Ma-serfleck immer eine fehlerhafte Beschaffenheit des Holzes, weil er dieHolzfibern unterbricht und daher wegen seiner größern Ausdehnungnoch nachtheiliger ist, als Aeste. Besonders ausgeschnitten brauchtman den maserigen Theil des Holzes mit Vortheil zu Zapfenklötzenim Maschinenbaue, und zu mehreren anderen Sachen.
Krumm gewachsene Stämme können in manchen Fällenmit Vortheil benutzt werden. Ein aufrecht gekrümmter Balken trägtmehr, als ein gerader von gleicher Stärke. Für Magazine zugroßen Dachverbänden und Hängwerken kann man solche BalkenRondelct'S Kunst zu bauen. I. Th. 18