274 Kenntniß der Baumaterialien; 1. Abtheil. 5. Kap.
oft vortheilhast anwenden. Auch werden sie zum Schiff- und Müh-lenbau benutzt.
Kennzeichen der Güte der Bohlen und Bretter.
Sie müssen aus gesundem Holze, aus beiden Seiten vollkommeneben und obne alle Absätze geschnitten seyn. Sie müssen durchauseine ganz gleichförmige Stärke und wenig Splint haben, und mög-lichst astfrei seyn, vorzüglich an den Seiten. — Sie dürfen keineRisse, Sprünge und Klüfte weder auf den beiden Kernfesten, nochin dem Kerne selbst, und auch keinen doppelten Splint und blaueFlecken haben.
Bretter, welche größtentheils aus Kernholz bestehen, haben denBorzug, daß sie dem Wurmftaße weniger unterworfen sind, wenigerWasser einsaugen und folglich von längerer Dauer sind. Sie müssengcradeschlächtig seyn, d. h. die Holzfasern müssen gerade gehen.Haben die Fibern eine krumme oder schiefe Richtung, sy M>nt W"sie windschäliges oder überspanniges Holz. Solche Brettersind für Tischlerarbeiten nicht brauchbar, weil die davon gemachtenSachen sich windschief ziehen; für grobe Arbeiten sind sie anwendbar.)
Zusatz des Ucbersetzcrs.
Zweiter Artikel.— Von den verschiedenen Baumgattungcn,welche Bau- und Werkholz liefern.
Hochstämmige Bäume von Europa ').
1. Die Trauben- Winter- oder Steineiche (robnr), welcheDitruv zuerst beschreibt, ist eine Art ästige Eiche, die nicht so hoch
t) Die Unterscheidungs - Kennzeichen der Laubhölzer lindfolgende:
Sie habe» alle mekr oder weniger dreile und deutlich gerippte Blätter,welche im Herbst oder Winter abfallen und im Frühjahre durch neue ersetztwerden. A» der Basis des Blattes haben sie eine Knospe.
Im Allgemeinen sind die Stämme der Laubhölzer nicht so regelmäßig alsdie der Nadelhölzer, und nicht so kreisförmig gerundet. Der Schaft einesLaubholzbaums nimmt gemeiniglich über der Wnrzel schnell, höher am Stammeaber nur langsam ab, und theilt sich in der Regel unter spitzen Wirke!» in große