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Erster Band.
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Kenntn. d. Baum.; Laub- u. Nadelhölzer v. Europa . 287

.besonders häufig findet man ihn auf den Gebirgen bei Tricnt und.Balcamonica, sowie jenseits derselben: bcmerkenswerth ist, daß, ob-gleich dieser Baum alt wird, er doch ganz abstirbt, wenn man seinen.Gipfel abschneidet.«

Bergbewohner haben die Bemerkung gemacht, daß die Lärchen -und Tannenbäume, sowie die Rothbuche nach Verfluß von 30 Jah-ren ihre größte Höhe erreichen und nach dieser Zeit nur an Dickezunehmen.

Nachdem Scamozzi von allen andern Holzarten, die in Italien wachsen, gesprochen hat, sagt er zuletzt: .Wir glauben, daß daS.Lärchenbaumholz zum Bauen das beste und nützlichste unter allen.Holzarten ist, weil es von starker und kräftiger Natur ist und große.Lasten zu tragen vermag; daher ist es für Zimmerwcrks- und Tisch-,ler-Arbeiten gleich brauchbar.«

20. Die Weiß- oder Edeltanne aL/e« c/» 7?os) ist

einer der schönsten harzichten Bäume, welche gewöhnlich auf hohenGcbl'rgkN, z. B. auf den Alpen, Pyrenäen und Vogescn wachsen:ihr Stamm wächst sehr gerade und hoch und ist mit einer glattenRinde von weißlicher, fast aschgrauer Farbe bekleidet; er endigt sichjedesmal mit dem letzten Jahrwuchs, weil er bei jedem Trieb um einenSchoß höher wird, von dem zugleich drei bis vier Zweige auskeimen,die sich beinahe wagrccht nach der Seite hin ausbreiten, so daß erringsum mit stufenförmig abgetheilten Acstcn besetzt ist, welche miteinander eine ziemlich regelmäßige Pyramide bilden. Diese Zweigesind mit kleinen schmalen Blättern (Nadeln) besetzt, am Ende hohlausgeschnitten, ziemlich biegsam und von unten weißlich, sie stehenauf beiden Seiten an ihren Zweigen fast in gleicher Ordnung, wiedie Zähne eines Kammes. Derselbe Baum trägt männliche undweibliche Blüthen, deren Früchte länglicht sind, in die Höhe stehenund aus Schuppen zusammen gesetzt sind, in denen man harte, bei-nige Kerne findet, welche öligten Samen enthalten. Die Früchte derTanne (Tannenzapfen) reifen zu Ende des Herbstes. — Die Texturseines Holzes ist nicht gleichförmig; die conccntrischen Kegel, aus denencS gebildet ist, sind durch weichere und schwammigte Theile geschieden,daher man sagen kann, daß jeder dieser Kegel seinen Splint hat.Die Folge dieses organischen Baues ist, daß dieses Holz, kantig be-schlagen oder in Brettern zersägt, dem Auge der Lange nach fortlau-fende Adern darbietet, welche von den harten und daher mehr colorirten