280 Kenntniß der Baumaterialien; 1. Abtheil. 5. Kap.
schöne Lärchcnbäume von ungewöhnlicher Höhe und Dicke daselbstgesehen habe, und er glaube nicht, daß man in irgend einer andernProvinz Italiens selbige in eben so großer Anzahl finden könne: erhatte Gelegenheit gehabt, dieses Holz bei den vielen von ihm errich-teten Gebäuden öfters zu benutzen, unter andern namentlich bei denprächtigen Gebäuden der (neuen) Procuratien auf dem Marcusplatzezu Venedig ').
Scamozzi giebt von dieser Baumgattung folgende Beschreibung:
»Die Lärche ist ein sehr großer Baum von schönem Ansehen:»seine gegen die Erde sich neigenden Aeste sind stufenweise abge-theilt: seine Rinde ist rauh und seine Nadeln stehen wie lange und»dünne Hälmchen büschelförmig an einander. Das Lärchenbaumholz»ist schwer und ein wenig fett, welche Eigenschaft es, wiewohl mit»Mühe, brennbar (im Widerspruch mit Vitruv und Plinius ) macht.»Daher sagt Virgil: der starke Lärchenbaum, dessen Holz dem»Feuer undurchdringlich ist *). Es hat ausgedehnte Adern,»deren Holzsubstanz und Saftgefäße gleich hart sind, wesVWn kß»für Zimmerwcrk von Gebälken und Dächern, und für Tischlerarbeit»zu Thüren und Fenstern sich sehr gut eignet: trotz seiner totchgelbcn»Honigfarbe ist es dem Wurmfraße nicht unterworfen und altert nicht.»Dieser Baum kommt auf Gebirgen und in kalten Ländern gut fort,
t) Plinius berichtet, daß man ehemals viele Lerchenbäume in Rhätienoder auf den Graubnnder Alpen fand, und daß der Kaiser Tiber !»« anf diese»Gebirgen die Lerchenbäume fällen ließ, welche er znr Wiedererbauung derBrücke seiner Schiffgesechl-Schule („rumacllies brauchte. Wahrscheinlich ließman sie den Po heradflößen, und von da anf dem Adriatischen, Ionischen undTyrrhenischen Meere, und endlich die Tiber heraus nach Rom bringen.
Plinius spricht von einem Stück Lerchenholz, das t20 Fuß lang und2 Fuß ins Gevierte dick war: nach diesem Stück kann man schließen, wiegroß der Banm seyn mußte, aus dem es geschnitten worden war.
Anmerk. d. Vers.
2) Es ist längst bekannt, daß es sich vorkbeilhafc zum Brennholze und zuKohlen eignet. Tu Roi sucht den Grund, weswegen es nicht so leichtbrenne, in den fest in einander gewachsenen Fibern des Holzes. — Die daran-gewonnene» Kohlen betragen im Vergleich mir denen von Fichten und Kiefer»mehr dem Maße mach und verhalten sich dem Gewichte nach gegen Fich-tenkohlen wie 8 zu 5, und gegen Kiefernkohlen wie 8 zu S, und geken auchein stärkeres Feuer, als die der beiden letzter» Holzarten.
Anmerk. d. Uebers.