290 Kenntniß der Baumaterial.; 1. Abthut. ;. Kap.
23. Die Roth- oder Pechtanne untersheidet sich von
der früher beschriebenen Tanne durch ihre Nadeln, welche spitzig,kürzer, schmäler, steifer und grüner sind, als die der gemeinen Tanne;sie stehen rings um einen gemeinschaftlichen Stiel und bilden mit ein-ander am äußersten Ende der Zweige abgerundete, borstcnartigeBüschel: ihre Zapfen sind schuppicht, wie die der Tanne, aber ihreSpitze ist nach unten gekehrt, und sie enthalten länglichte Samenkörner.
AuS ihrer Rinde fließt ein Harz, das dick wird und aus welchemman Pech bereitet. Ihr röthlichtes Holz hat dasselbe Gewebe, wiedie Tanne, ist aber bei weitem nicht so gesucht, wie dieses, sondernwird meistens nur zum Brennen gebraucht: öfters läßt man es sogarin den Wäldern verfaulen, wenn man es von wiederholtem Ausziehendes Harzes durch Einkerbungen entkräftet und beschädiget hat.
24. Der Fackclbaum fkecka- ist eine Abart der Fichte, aus demdie Alten den Theer zum Bestrcichen ihrer Schiffe zogen: wahrschein-lich ist dieß die sogenannte Fackelforche (woraus man Kicnfackelnverfertigt), die man in der Gegend von Brianxvll im DkpMttMlder obern Alpen häufig findet.
25. Der Europäische oder gemeine Lärchenbaum/arfir, /,.) gehört zum Geschlecht der Fichte: mehrere verwechseln ihnmit dem orientalischen Lärchenbaum, dem er seines Laubes wegenähnlich ist; er unterscheidet sich jedoch von diesem 1) weil ersterer seineBlätter den Winter über nicht behält, wie der Orientalische; 2) weilder Europäische nicht so hoch wächst, und sein Holz weißer, minderstark, harziger und grobfaseriger ist, als das des Orientalischen: seinHarz ist weiß, während das des-Orientalischen nicht so reichlich fließtund honigfarbig ist, wie das vom Ccdernholzc; 3) das OrientalischeLärchcnbaumholz ist röther, fester, wirft sich weniger und verändertseine Farbe an der Luft nicht').
l) In den Ländern, wo der Lärchenbaum häufig wächst, baut mau Häu-ser oder Hütten aus vierkantig beschlagenen nud ungefähr 1 Fuß dicken Holz-stücken, welche wagrecht auf einander gelegt werden, wie z. B. in Rußland und Deutschland : solche Stücke sind an den Ecke» und beim Anstcß der Schei-dewände durch Einschnitte auf die halbe Holzdicke mir einander kerbnnde». —Diese Häuser sind ganz weiß, wenn sie neu gebaut sind, aber nach 2—3 Jah-ren werden sie so schwarz, als Kohlen; alle Fugen sind mit Harz angefülltnud verschlossen, welches die Sonnenhitze aus den Poren des Holzes gezogenhat. Dieses Harz, das an der Luft hart wird, bildet einen glänzende» und