Z40 Kenntniß der Baumaterialien; 1. Abthcil. 6. Kav.
dünnflüssig: es setzt bei dem Glühen nicht viel Glühspan ab, erstarretnicht zu schnell, und ist weit fester und zäher, als das weiße. Eskann gedrechselt, gebohrt, gefeilt und gemeißelt werden. Es ist oft soweich, daß es Eindrücke von dem Hammer annimmt; zu Gußwaarenist es gut geeignet. Eine andere Abart nennt man schwarzgraues(übergares) Gußeisen. Dieses hat einen dichten, und oft klein-blätterigen Bruch und eine dunkel-schwarzgraue Farbe, ist jedoch sprödeim Bruche, und zeigt deutlich eingemengte Graphitblättchen. Es istleichter schmelzbar, auch dickflüssiger wenn es geschmolzen ist, als licht-graues Roheisen, und daher für leichte Gußwaaren nicht gut geeignet.Nach dem Gusse setzt es, wenn es langsam erstarret, auf seiner Ober-fläche dünne Graphitschuppen ab.
Halbirtes oder buntes Gußeisen entsteht aus der Beimen-gung der zuvor erwähnten Berbindung dieser beiden Hauptabartenvon Gußeisen. Einige Metallurgen unterscheiden es wiederum ingraubuntes oder wcißbuntcs, je nachdem das lichtgraue oder. weiße Gußeisen vorwaltend in der Masse ist.
Diese verschiedenartigen Beschaffenheiten des Noheiscntz haben ih-ren Grund theils in der chemischen Zusammensetzung des Erzes, theilsin dem Vcrschmelzungs-Verfahren, in der Beschaffenheit der Kohleund anderer Zuschläge, vermöge welcher die Abtrennung des Eisensaus dem Erze bewirkt wird, in der Art der Erstarrung des geschmol-zenen Metalles und in unzähligen anderen Umständen, welche auf denSchmelzprozeß Einfluß haben.
Physische und chemische Eigenschaften des Stabeisens.
Stab- oder Stangeneisen enthält nur noch einige Spurenvon Kohlenstoff und anderen fremdartigen Beimischungen. Es kannals reines Eisen angesehen werden, und hat eine graue Farbe, undeinen mehr oder wenig faserigen und sehnigen Bruch, ist bedeutendfest, sehr zähe, dehnbar und geschmeidig, sowohl glühend als kalt.Unsere Oefen- und Essenhitze reichen nicht hin, Stabeiscn ohne Zusatzbei dem Ausschlüsse der Lust in dünnen Fluß zu bringen. In Be-rührung mit Kohlendampf, oder wenn die Luft Zutritt hat, schmilztes; im ersten Falle verbindet es sich mit Kohle, im zweiten wird esoxydirt und verliert also seine Eigenschaften als Stabcisen.
In der Weißglübhitzc bei dem Zutritt der Luft verbrennt dasEisen mit Funkensprnhcn. Die bei dem Hämmern des weißglühenden