Kennln. d. Baumat.; Stab- oder geschmiedetes Eisen. 341
EiscnS wegfliegenden Funken sind Eisenthcilchen im Zustande der Ver-brennung, und das Eisen wird dadurch in ein schwarzes magnetischesOryd umgewandelt. Durch das Glühen und Ablöschen im Wasserwird gutes Stabeisen kaum merklich härter.
Benetzt man eine frisch angefeilte blanke Stelle des Stabcisensmit sehr schwacher Salpetersäure, so bildet sich ein grauweißer Fleck,während durch dasselbe Mittel auf Gußeisen und auch auf Stahl eindunkelgrauer oder schwarzer Fleck entstehet.
Allgemeine Kennzeichen der Güte und der Fehlerdes Stabcisens.
DaS beste Stabeisen läßt sich mehrmals hin und her biegen, undknickt ein, ehe es bricht. Die Schmiede prüfen die Güte des Stau-gcneisens, indem sie die Eisenstangen mit möglichster Anstrengung aufein scharfkantiges Stück Eisen oder auf einen schmalrückigen Amboßwerfen, um dadurch die Stange zu zerbrechen oder schadbafte Stellendarin auszumitteln: oder sie legen die zu prüfende Eisenstange aufUnterlagen an beiden Enden, und schlagen den mittleren hohl liegen-den Theil derselben mit einem scharfkantigen Schlägel erst krumm,und dann wieder gerade, und diese Probe wiederholen sie mehrereMal mit derselben Stange, und vorzüglich an denjenigen Stellen, wobei dem Ausschmicden der Kolben ein Wechsel entstand. Ist das Ei-sen schlecht, so hält es diese Probe nicht aus, sondern zerbricht inmehrere Stücke, und der Bruch desselben zeigt ein körniges, zackigesGefügc. Zerbricht während dieser Probe aber nur hin und wiedereine einzige Stange aus mehreren in zwei Stücke, so kann das Eisenvon der besten Qualität seyn, und der Stab nur auf der zerbrochenenStelle fehlerhaft gewesen seyn. Die Bruchstücke des Stabes werdendann durch mehrmaliges Rückwärts- und Vorwärtsbiegcn ferner ge-geprüst. Gutes Stabeisen bricht mit hervorstehenden, scharfspitzigen,sehnigen Fasern. Es sprühet bei dem Schweißen weiße knisterndeFunken, erhärtet fast gar nicht durch schnelles Ablöschen, und läßt sichim kalten Zustande walzen, ohne abzublättern, drehen und zu dünnemDraht ziehen, ohne aufzureißen oder zu bersten. Bei dem Erglühendehnt es sich gleichförmig aus, und zieht sich bei dem Abkühlen, ohnesich zu verwerfen, gleichartig wieder zusammen. Es zeigt nach demFeilen, Schleifen und Poliren eine gleichartige Farbe, es erleidet